Willkommen im Schlaraffenland

Online veröffentlicht am 11. Juni, 2010 von Marcel Piethe
in der Rubrik Glosse | Kommentieren

Mörderischer Luxus: Fressen

Dass der Schöpfungsplan den Mensch nicht allein mit Vorzügen ausgestattet hat, ist weithin bekannt. Dass der Mensch sich hin und wieder mit Problemen auseinander setzen muss, ist eingeplant im göttlichen Strategiespiel. Wer mag das bestreiten. Da ist es kaum weniger als perfide zu bezeichnen, wird der Mensch insbesondere dann mit Not geschlagen, wenn er es geschafft hat, einen maßgeblichen Trieb in hohem Maße zu befriedigen.
So ist es mit dem Fressen. Ein Blick in die Märchenbücher dieser Welt verrät: Wer es zu was gebracht hat, der tafelt erst einmal ordentlich, und wenn es gut läuft, fliegen einem die Tauben fertig gebraten ins Maul. Und da es hierzulande jeder zu etwas bringen darf („Mach Dein Ding“), wo es heißt: Essen gut, alles gut – wird gefressen, bis der Doktor kommt. Beispiele gefällig? Deutschlandweit laufen unter 100 Kindern 15 echte Pummelchen herum. Sechs von ihnen laufen eigentlich gar nicht, denn sie sind so fett (adipös), dass es mit dem Laufen bereits schwer wird, viele gar eine periphere Insulinresistenz aufweisen, Vorstufe zum Diabetes. Was im Fußball zuletzt versagt blieb, ist hier amtlich: Deutschland ist Europameister: im Übergewicht – und das nicht nur bei der Nachkommenschaft. Zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen sind übergewichtig im Land der Dichter und Denker. Doch dieser Titel könnte bald einen weiteren Knacks bekommen. Wissenschaftler berichten: Dicke Menschen haben im Alter weniger Hirnmasse als andere. Bei Studien wiesen Übergewichtige vier Prozent, fettleibige Probanden acht Prozent weniger Hirngewebe als Normalgewichtige auf. Forscher vermuten, dass Dicke häufiger eine Demenz entwickeln, weil ihnen im Alter Gehirnreserven fehlen. Mehr lesen

Glückliche Fügung

Online veröffentlicht am 9. Juni, 2010 von Tatjana Rabe
in der Rubrik Interview | Kommentieren

annika-kuhl

Die Schauspielerin Annika Kuhl wird im Sommer mit ihrem neuen Film „Glückliche Fügung“ im Kino zu sehen sein. Das Maulbeerblatt hat sie zum Interview getroffen, um mit ihr über die Arbeit, Luxus und Glück zu sprechen.

MB: Erzählst Du uns bitte etwas über den Film, in dem Du zuletzt gespielt hast?
AK: „Glückliche Fügung“ ist ein Liebesdrama mit glücklichem Ausgang, nach der Titelgeschichte des gleichnamigen Buchs von Anke Stelling. Den haben wir 2009 unter der Regie von Isabel Stever gedreht. Ich spiele die Hauptrolle, Simone, die nach einem One-Night-Stand schwanger wird. In Hannes findet sie den perfekten Mann und Vater, vertraut aber ihrem Glück nicht.

MB: Wie bereitest Du Dich auf eine solche Rolle vor?
AK: Ich lese das Drehbuch. Dann versuche ich für mich, eine Biographie der Rolle zu entwickeln. Ich möchte wissen, wie die Figur ist, wie sie handelt, was sie macht und was sie erlebt hat. Das stelle ich mir zusätzlich zu der Geschichte, die es schon gibt, vor. Dabei läuft dann auch vieles intuitiv. Man entwickelt so ein Gefühl, je mehr man liest. Bei der „Glücklichen Fügung“ war es ein spezieller Fall. Wir hatten eine lange Vorlaufzeit und konnten sehr intensiv mit der Regisseurin zu den Figuren improvisieren. Auf diese Weise haben wir uns den Figuren angenähert und haben geschaut: ‚Das macht die Figur und das macht sie nicht. So ist sie und das würde sie nie sagen.’ Da konnte ich ein sehr starkes Gefühl entwickeln. Das war toll.

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Luxus in Krisenzeiten

Online veröffentlicht am 7. Juni, 2010 von Karin Danyel
in der Rubrik Aktuell, Lebensräume | Kommentieren

DB gönnt Köpenick einen neuen Bahnhof

Man will verstehen, was sein Leben von außen aus der Ordnung bringt, weil es so anstrengend ist, es von innen her im Gleichgewicht zu halten. Und wenn sich dann ein Sinn auftut hinter den Dingen, ist es wirklich befriedigend, ja ein Luxus, um beim Thema zu bleiben. So geschehen beim Nutzen des Pendelverkehrs auf der Linie S3:
Um dem umständlichen und ewig dauernden Ersatzbusfahren zu entgehen, nimmt der schlaue S3-Nutzer die Regionalbahn ab Karlshorst. Und diese Fahrt mit dem Regio macht mehrfach Sinn: Erstens fährt die S3 ja nicht und man kann so spürbar Zeit gewinnen, zweitens wird man sozusagen über das Unterbewusstsein auf die Notwendigkeit eines Regionalbahnhofneubaus vorbereitet, denn drittens spürt man förmlich bei jedem mit Bedacht zu setzenden Schritt über die vom Mairegen glitschig nassen, verwitterten Holzstufen, man spürt es bei jedem ohne vorwarnendes Lautsprecherwort an den Wartenden vorbeizischenden Zug, kurz: Das ganze Karlshorster Regionalbahnambiente suggeriert dem Wartenden den süßen Vorgeschmack der Veränderung – ein Neubau muss her!

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Die Hoffnung stirbt zuletzt

Online veröffentlicht am 4. Juni, 2010 von Holger Claassen
in der Rubrik Kiezspaziergang | 1 Kommentar

Friedrichsfelde

Breit schneidet sich die Treskowallee ihren Weg durch das auslaufende Karlshorst, weichen die Villen und Prachtbauten gründerzeitlichen Mietshäusern. Als der letzte Zipfel zivilisatorischer Wohnbebauung dem Sichtfeld entschwindet, erheben sich die ersten Anzeichen der Berliner Steinwüste wie Phoenix aus der Asche. Es zeigt sich in F., dass nicht zum großen Architekten geboren, wer als Kind mit Bauklötzchen spielt.

Vorzeichen setzend für das bauliche Grauen der ehemaligen, so genannten DDR entsteht hier schon in den 1920er Jahren Deutschlands erste Plattenbausiedlung im Auftrag Martin Wagners, Freund der Sowjetunion. Noch besser als Big Brother Iwan konnten Zonen-Pragmatiker mit dem Menschen verachtenden Werkstoff Beton umgehen, dies zu beweisen reicht Friedrichsfelde vollkommen aus, zu allem Überfluss pferchte man, an des Herren Schöpfung ein Exempel statuierend, Mensch und Tier gemeinsam in praktischen Wohnraum mit Vollkomfort und geregelten Fütterungszeiten und anderem Luxus, von einander getrennt nur durch stachelbewehrte Mauern, vergitterte Volieren und den uniformierten Kartenabreißer von Prof. Dr. Dr. Prof. Dr. Dathe-Dathes „Tierpark“. Animalfarm läßt grüßen.

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Böhmische Dörfer

Online veröffentlicht am 2. Juni, 2010 von Maulbeermann
in der Rubrik Aktuell | Kommentieren

Alter Schwede, da haben uns die Griechen aber einen ordentlichen Türken gebaut. Hätte das nicht irgend jemandem spanisch vorkommen müssen? Politik und Finanzexperten beteuern nun wieder in abgedroschenem Fachchinesisch, warum ihr Versagen auch diesmal alternativlos war. Wirtschaftspolitischer Sachverstand? In der Berliner Republik finden sich da nur Böhmische Dörfer. Währenddessen wird mit unserem Steuergeld an den Börsen noch immer Russisches Roulette gespielt. Das muss sich ändern, sonst ist Polen offen: Inflation, Depression, Revolution, Sowjetunion! Und Banker? In die Produktion!
Sei’s drum. Für uns Maulbeermänner wäre all das nicht dramatisch. In größter Not könnten wir dänische Western drehen, die italienischen Momente genießen und unser Französisch etwas aufbessern. In billigem Wein ließen wir unsere russische Seele baumeln und sparsam wie die Schotten sind wir ohnehin seit eh und je, also was soll schon passieren?
Schlimmer hat es da den Ballack erwischt. Kein Schutzschirm war für ihn gespannt und nun kann er sich während der Fußball-WM in Südafrika zu Hause vor dem Fernseher schwarz ärgern. Für den Rest der Mannschaft kommt es darauf an, mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks, dem Temperament eines italienischen Sportwagens, der Leidenschaft einer brasilianischen Karnevalskönigin und der Durchschlagskraft einer amerikanischen Mittelstreckenrakete dem Rest der Welt zu zeigen, wie weit man es mit deutschem Fleiß bringen kann. Sport frei! Wir drücken die Daumen. Wenn es klappt, sind wir stolz wie die Spanier und wenn nicht, nehmen wir es mit englischem Humor. Mögen die Besten gewinnen, solange es keine Holländer sind!

Es war einmal im Wilden Westen 7

Online veröffentlicht am 31. Mai, 2010 von Koepcke und Weinhold
in der Rubrik Der Wilde Westen im Bild, Serie | Kommentieren

WildWest-Titel-7

Der Spreepark und seine Geschichte Teil 4

Online veröffentlicht am 27. Mai, 2010 von Ni Gudix
in der Rubrik Serie | Kommentieren

Nachdem die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz 1998 beschlossen hatte, dass der Plänterwald zu schützendes Naturschutzgebiet sei, fühlten sich die Wittes als Betreiber des Spreeparks gegen die Wand gefahren. Der Versuch, „den VEB Kulturpark in einen Freizeitpark moderner Prägung umzugestalten“, schien damit vom Senat sabotiert zu werden, denn, so schrieb die Spreepark GmbH 2001, „es sei nie vorgesehen gewesen, den Plänterwald ein Jahr nach Vertragsunterzeichnung zum Landschaftsschutzgebiet umzuwandeln“. Dass der Senat etwas gegen den Spreepark hatte, kann man auch einer Äußerung des damaligen Stadtrats Christian Muhs entnehmen: „Der Freizeitpark ist ein Krebsgeschwür im Plänterwald.“ Mehr lesen

… die Phoenix kriegt was erzählt von: Kerstin Bergmann-Greinus

Online veröffentlicht am 25. Mai, 2010 von Jesta Phoenix
in der Rubrik Interview, Leute Leute … | Kommentieren

Was ist für Sie typisch Köpenick/Friedrichshagen?
Es gibt hier in Friedrichshagen einfach so eine schöne Koexistenz zwischen Fußgängern und Fahrradfahren.  Wegen des Kopfsteinpflasters fahren ja die meisten Fahrradfahrer auf den Gehwegen und trotzdem gibt es da eine unabgesprochene Rücksichtsnahme auf beiden Seiten und kaum Anpöbeleien.  Das ist in anderen Stadtbezirken nicht so.

Von den materiellen Dingen, die Sie besitzen – auf was könnten Sie sofort verzichten?
Meinen Fernseher.

Zeitmaschine.  In welche Zukunft oder Vergangenheit reisen Sie und wen wollen Sie dort treffen?
Ich würde schon gern sehen, was so aus meinen Kindern wird in 30-40 Jahren.  Nicht um sie in der Gegenwart in eine andere Richtung zu lenken, sondern einfach so aus Neugier.  Ich möchte ja nicht wie bei ‚Zurück in die Zukunft’ mit jeder Bewegung die Zukunft beeinflussen.  Deshalb wollte ich damals auch nicht Pädagogik studieren, weil ich mir dann heute bei jeder meiner Erziehungsentscheidung viel zu genau überlegen würde, was das jetzt für einen Einfluss auf meine Kinder und ihre gesamte Zukunft hat.
Und dann würde ich gern Nostradamus treffen und hören, was er sieht.  Ja, ich glaube schon an das, was er vorhergesagt hat – die Interpretationen sind halt nicht immer 100%.  Aber an das Schicksal glaube ich schon. Ich glaube, dass auch unsere Zeit ihren Nostradamus hat, dass es Menschen gibt, die diese Fähigkeit besitzen, die Zukunft zu sehen.

Welches Lied könnten Sie immer wieder hören und mitsingen?
“I got you, babe” in beiden Versionen – Sunny & Cher als auch UB40 mit Chrissie Hynde.  Zum Tanzen ist es immer wieder Melissa Etheridge ‚Like the way I do’.

Einsame Insel.  Wen nehmen Sie auf gar keinen Fall mit?
Ach, es gibt so viele…  Zum Beispiel Dieter Bohlen oder meinen Mathelehrer aus der Gymnasialzeit – Herrn Haribald Zacher.

Was war Ihr Lieblingsessen als Kind?
Reis mit Paprika von meiner Mama.  Also das ist so ähnlich wie Ratatouille nur mit Gehacktem dazu.  Ich freu mich heute noch wenn meine Mutter nach Berlin kommt und mir mein Lieblingsgericht kocht.

Woran glauben Sie?
Ich glaube an das Schicksal, aber auch daran, dass wir unser Leben in der Hand haben und es von unseren Entscheidungen und Taten abhängt. Wenn es dicke kommt, bete ich schon, aber eher so nach dem Motto ‚To whom it may concern’.

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Ein Leben im Zeichen der Treue

Online veröffentlicht am 25. Mai, 2010 von Alf Ator
in der Rubrik Alfs Allerlei | Kommentieren

alf_maicccEs war einmal ein treuer Ehemann. Ein extrem treuer Ehemann. Der treueste. Treuer als alle anderen. Und weil er so glücklich und stolz war, wie harmonisch seine Ehe verlief, verachtete er all die schwanzgesteuerten Idioten, die mit ihrer Sexsucht so viel Leid und Enttäuschung verursachten. Und er wünschte sich eine Welt, in der alle Männer so wären, wie er. Vielleicht gäbe es dann auch keine Kriege mehr? Mehr lesen

Kunst in der Versteigerung

Online veröffentlicht am 21. Mai, 2010 von Maulbeermann
in der Rubrik Aktuell, Galerie | Kommentieren

hausfeldDer Naturschutzaktiv Schöneiche e.V. lädt herzlich ein.

Zur Kunstauktion “Kunst in der Versteigerung” am Samstag, den 29.05.2010. Beginn der Veranstaltung ist um 11.00 Uhr. Versteigert werden ca. 170 Arbeiten von Künstlern aus Berlin und Brandenburg, u. a. Sylvia Hagen, Harald Metkes, Werner Stötzer, Dieter Goltzsche und Uli Mathes.
Der Erlös der Auktion unterstützt den Bau des Hauses für Umweltbildung “Grüne Wabe” im Kleinen-Spreewald-Park Schöneiche bei Berlin.

Seit dem 19.05.2010 können die Kunstwerke im Raufutterspeicher Schöneiche (gegenüber der Kulturgießerei) besichtigt werden. (Öffnungszeiten von 15.00 bis 19.00 Uhr, zu Pfingsten 11.00 bis 17.00 Uhr)
Online können die Werke hier besichtigt werden.

Kulturgießerei Schöneiche, An der Reihe 5, 15566 Schöneiche bei Berlin
Verwend. Grafik von Ute Hausfeld

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