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	<title>Maulbeerblatt</title>
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	<description>Das Kulturmagazin für den Berliner Südosten – aus dem Hause elf62.net</description>
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		<title>Falsche Fünfziger</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 15:46:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian Koepcke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>

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		<description><![CDATA[Nachdem der Stadtflughafen Schönefeld vor seiner Vollendung steht, wendete sich auch das Bundesumweltamt der interessanten Frage zu, ob der künftige Flugbetrieb, so wie bislang geplant, für Mensch und Natur verträglich sei. Dank einer tapferen Vorabmeldung fand das Gutachten trotz umgehenden Maulkorberlasses den Weg in die Öffentlichkeit und bestätigte mit seinen alarmierenden Ausführungen die schlimmsten Befürchtungen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem der Stadtflughafen Schönefeld vor seiner Vollendung steht, wendete sich auch das Bundesumweltamt der interessanten Frage zu, ob der künftige Flugbetrieb, so wie bislang geplant, für Mensch und Natur verträglich sei. Dank einer tapferen Vorabmeldung fand das Gutachten trotz umgehenden Maulkorberlasses den Weg in die Öffentlichkeit und bestätigte mit seinen alarmierenden Ausführungen die schlimmsten Befürchtungen der Bürgerinitiativen. Und dies, obwohl man die Umweltbeamten vorsorglich mit falschen Zahlen gefüttert hatte. Ramsauer, Wowereit, Platzeck und Konsorten, all diese falschen Fünfziger, können dennoch aufatmen. Der Prüfbericht des Amtes hat allenfalls empfehlenden Charakter. Also scheiß drauf!<br />
Die Allparteienkoalition der Verantwortungslosen braucht sich davon nicht die Sektlaune verderben lassen, Mehdorns flügellahme Air-Berlin kann mit subventionierten Billigflügen ordentlich Kasse machen und den betroffenen Bürgern bleibt das demokratische Grundrecht unbenommen, weiterhin protestierend im Regen zu stehen und sich von der politischen Upgrade-Klasse als nörgelnde Wutbürger denunzieren zu lassen. Nachdem diese bitteren Zeilen geschrieben sind, knallen auch in der Maulbeerblatt-Redaktion die Sektkorken. Fünfzig anständige Ausgaben sind allemal ein Grund zu feiern.</p>
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		<title>Dinge geregelt kriegen</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 22:10:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefanie Lamm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Turnbeutel]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein typisches Telefonat mit Detlef Schneeweiß klingt von seiner Seite etwa so: „Hallo Sebastian! &#8211; Ja, wann brauchst´n die? &#8211; Um sieben Uhr früh? &#8211; Geht klar, komm mal rüber.“ Schnell und präzise. Ganz anders ist Detlefs Büro. Das ist im Mannschaftscontainer untergebracht. Klar stehen dort Rechner und Büromöbel. Vor allem aber ist es ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img width="460" height="278" src="http://www.maulbeerblatt.com/wp-content/2011/12/wpid-Detlef_Schneeweiss_fmt-460x278.jpg" class="alignleft size-medium" alt="Dinge geregelt kriegen" title="wpid-Detlef_Schneeweiss_fmt.jpeg" />
<p>Ein typisches Telefonat mit Detlef Schneeweiß klingt von seiner Seite etwa so: „Hallo Sebastian! &#8211; Ja, wann brauchst´n die? &#8211; Um sieben Uhr früh? &#8211; Geht klar, komm mal rüber.“ Schnell und präzise.</p>
<p>Ganz anders ist Detlefs Büro. Das ist im Mannschaftscontainer untergebracht. Klar stehen dort Rechner und Büromöbel. Vor allem aber ist es ein Verwahrungsort. In und auf Vitrinen finden sich allerhand Erinnerungsstücke an Spieler und Fußballereignisse rund um den 1.FC Union. Historische Fußballschuhe sehe ich, eine Gipsmaske, unter der einmal das Gesicht von Karim Benyamina steckte, eine Collage zum Pokalfinale im Olympiastadion, ein Bild vom Teddybären im Union-Trikot, der Litex-Lovech-Wimpel und Unmengen Glücksbringer. Hier arbeitet einer, der dem Verein sehr verbunden ist.</p>
<p>Nun ist Detlef nicht etwa Museumsdirektor, sondern Mannschaftsleiter der ersten Herren beim 1.FC Union Berlin. Seine Stecktabelle zeigt deshalb auch konsequent ausschließlich die 2.Liga an.</p>
<p>Nach dem ältesten Stück im Büro gefragt sagt Detlef knapp: „Ich.“ Auch wenn das nicht stimmt &#8211; wir finden später ein paar Stollenschuhe, die wohl noch handgefertigt sind &#8211; entspricht es doch dem Eindruck, dass Detlef schon immer da war. Tatsächlich sind es 13 Jahre, die er inzwischen für den Verein arbeitet. Im Fußball eine kleine Ewigkeit.</p>
<p>Mannschaftsleiter zu sein bedeutet, die Spieler so wenig wie möglich mit Alltag zu belasten. „Der Mannschaftsleiter fängt das auf, was so anfällt“, sagt Detlef. „Es geht los &#8211; bei ausländischen Spielern zumindest &#8211; mit Formalitäten beim Einwohnermeldeamt. Schulanmeldungen für die Kinder der Spieler. Kindergartenplätze. Führerscheinangelegenheiten. Organisieren von Auswärtsspielen, Bus, Flüge, Hotels. Enger Kontakt zum Ausrüster, Bestellen der gesamten Ausstattung – und immer da sein, wenn die Spieler etwas haben wollen.“ Auch Reifenwechseln und Wohnungssuche sind Dinge, um die sich kein Spieler selbst kümmern muss. „Viele beneiden mich um den Job, weil sie sagen, du bist nah an der Mannschaft. Du sitzt mit auf der Trainerbank und siehst die Spieler jeden Tag. Is´dit schau! Ja klar, das hat was. Aber dass Du jeden Tag 10 Stunden hier bist, manchmal an sieben Tagen in der Woche, sieht niemand.“ Auch Traumjobs sind Arbeit.</p>
<p>Lange hat Detlef als Mathematiklehrer gearbeitet. Einer, der am Montagmorgen mit seinen Schülern zunächst das Fußballwochenende ausgewertet hat. Später hat er einen Zeitungsvertrieb organisiert, danach zum Industriekaufmann umgeschult. Die Umschulung war noch nicht abgeschlossen, da wusste er schon, dass das nichts für ihn ist. „In der Berliner Fußballwoche las ich im Frühjahr 1999, dass der 1. FC Union &#8211; mein 1. FC Union &#8211; einen Mannschaftsleiter und einen Zeugwart sucht. Ich dachte: Union-Fan bist Du schon seit Jahrzehnten, versuchst Du es einfach mal.“</p>
<p>Leiter einer Schulklasse oder Leiter einer Sportmannschaft &#8211; das ist manchmal gar nicht so verschieden. Hier wie dort ist es ein Kommen und Gehen. „Man gewöhnt sich an alle. Ich sag immer: Wer mit mir nicht zurecht kommt, ist selber schuld. Dem einen oder anderen Spieler trauert man nach. Da sagt man: Das war ein dufter Typ, wir haben uns gut verstanden. Aber nach einem halben Jahr ist das fast vergessen. Andersherum verdrängt man auch, dass es einige gibt, zu denen man nicht so richtig Kontakt findet.“ Ehemalige Schützlinge, seien es Spieler oder Schüler, trifft Detlef inzwischen fast überall.</p>
<p>Was die Arbeit mit jungen Menschen mit sich bringt, sind Denkanstöße. „Facebook haben mir die Spieler gezeigt.“ Da ist er neugierig geblieben, obwohl er lieber telefoniert. Ruhestand kann er sich dagegen noch nicht so richtig vorstellen. Auch wegen der vielen Ruhe.</p>
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		<title>Horoskope 2012 &#8211; Von Jungfrau bis Schütze</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 05:00:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lucas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Horoskop]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; Jungfrau Jungfrauen sollten in den ersten zwölf Monaten des kommenden Jahres in Liebesfragen auf der Hut sein. Jupiter kann für Verwirrung sorgen. Muss aber nicht sein. Große Veränderungen wollen gut durchdacht sein. Wäre ja auch dumm, wenn man das nicht tut Waage In zwanzig-zwölf könnten Sie ihren Glücksplaneten finden, liebe Waagen. Pluto kann es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5429" title="Jungfrau" src="http://www.maulbeerblatt.com/wp-content/2012/01/Jungfrau.jpg" alt="" width="460" height="612" /></p>
<p><strong>Jungfrau</strong><br />
Jungfrauen sollten in den ersten zwölf Monaten des kommenden Jahres in Liebesfragen auf der Hut sein. Jupiter kann für Verwirrung sorgen. Muss aber nicht sein.<br />
Große Veränderungen wollen gut durchdacht sein. Wäre ja auch dumm, wenn man das nicht tut</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5432" title="Waage" src="http://www.maulbeerblatt.com/wp-content/2012/01/Waage.jpg" alt="" width="200" height="186" /></p>
<p><strong>Waage</strong><br />
In zwanzig-zwölf könnten Sie ihren Glücksplaneten finden, liebe Waagen. Pluto kann es schon mal nicht mehr sein. Sein Sie vorsichtig mit ihrer Gesundheit und pflegen Sie Ihren Körper. Mindestens einmal am Tag waschen und regelmäßig die Zähne putzen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-5431 aligncenter" title="skorpion" src="http://www.maulbeerblatt.com/wp-content/2012/01/skorpion.jpg" alt="" width="200" height="268" /></p>
<p><strong>Skorpion</strong><br />
Im Leben wird einem nichts geschenkt. Dieser Satz wird im nächsten Jahr für alle Skorpione zum Leitsatz. Es sei denn, sie haben Geburtstag. Oder es ist Weihnachten. Oder Ostern. Oder so.<br />
Wenn Sie ihrem Leben eine Chance geben, mag es sich als die richtige Entscheidung erweisen. Permanente Überanstrengung ist gar nicht gesund.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5430" title="Schütze" src="http://www.maulbeerblatt.com/wp-content/2012/01/Schütze.jpg" alt="" width="200" height="255" /></p>
<p><strong>Schütze</strong><br />
Sie schießen wahrscheinlich im nächsten Jahr den Vogel so richtig ab. Es könnte bei Ihnen alles völlig reibungslos verlaufen. Natürlich nur, wenn Sie in Beziehung, Karriere und Gesundheit nirgendwo anecken. Wenn Sie glücklich sind, fühlen Sie sich wohl dabei.<br />
Wenn nicht: Lassen Sie den Kopf nicht hängen! In einem Monat, der einen Vokal enthält, geht es wieder bergauf.</p>
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		<item>
		<title>&#8217;ne dicke Henne, die mit Eierpampe wirft</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Jan 2012 22:51:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Piethe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zeitreisen]]></category>

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		<description><![CDATA[Zu Helga Hahnemann im Schnelldurchlauf Bauzäune säumen den Weg. Müll knöcheltief. Zwischen Bauruinen und Sanierungsobjekten lärmt es von der Friedrichstraße herüber. Über die Brache zieht ein kalter Novemberwind. Irgendwer verdient hier nebenan auch gutes Geld mit Parkgebühren. Auf dem Schild steht „Helga-Hahnemann-Straße“. Und zumindest daraus darf man die Sicherheit gewinnen, nicht zeitversetzt zu sein, nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium" title="wpid-helgah_fmt.jpeg" src="http://www.maulbeerblatt.com/wp-content/2011/12/wpid-helgah_fmt-460x350.jpg" alt="’ne dicke Henne, die mit Eierpampe wirft" width="460" height="350" /></p>
<p><em>Zu Helga Hahnemann im Schnelldurchlauf</em><br />
Bauzäune säumen den Weg. Müll knöcheltief. Zwischen Bauruinen und Sanierungsobjekten lärmt es von der Friedrichstraße herüber. Über die Brache zieht ein kalter Novemberwind. Irgendwer verdient hier nebenan auch gutes Geld mit Parkgebühren. Auf dem Schild steht „Helga-Hahnemann-Straße“. Und zumindest daraus darf man die Sicherheit gewinnen, nicht zeitversetzt zu sein, nach Berlin, Hauptstadt der DDR, anno 1989 oder so. Damals wäre es der verfügungsgewaltigen Behörde sicher nicht in den Sinn gekommen, eine ihrer vielen maroden Straßen nicht nach hehren Klassenkämpfern oder sozialbewegten Weibern zu benennen.</p>
<p><span id="more-5286"></span></p>
<p>Ein gutes Jahrzehnt später, im Jahre 2003, der Regierende der Stadt war wie diese selbst ein nach allen Himmelsrichtungen offener Mann geworden, konnte es durchaus geschehen, ein Stück Stadtland zu verspaßen und namentlich einem der beliebtesten Spaßvögel Berlin, der Henne, zu übereignen.</p>
<p><!--more--></p>
<p>Gewiss hätte die Henne einen spitzen Laut gefunden, auf das stadtplanerische Dilemma rund um ihre kleine Straße. Und die Leute hätten gelacht. Denn das konnte die Henne, wie es nur wenige können: die Leute zum Lachen bringen. Quer durch die Reihen. Vom Oberlehrer bis zum Gullytieftaucher.</p>
<p>Bereits in jungen Jahren hatte sie ihre Absicht der Mutter verkündet: „Ick werde Quatschmacher.“ Da war sie vier und man schrieb das Jahr 1941, sie lebte in Pankow und bald sollte von der großen Stadt, deren Herz sie auf der Zunge trug, nicht viel mehr als eine Trümmerwüste übrig sein. Wenig lachhaft.</p>
<p>Und weil es so wenig zu lachen gab in den nächsten Jahren, schickt sich die 19-jährige Helga Hahnemann an, ihren Beitrag zum Aufbau einer neuen, einer bunten Welt zu leisten. Man möchte sagen, sie rührte als Schauspielschülerin in Niederschöneweide drei Jahre lang an, was bald in einem bunten Kessel zum Brodeln kommen sollte. Doch bevor die Klamauknudel gar war, ging sie durch die harte Leipziger Pfeffermühle des politischen Kabaretts. Ein heißer Kampf um die Köpfe wurde im Kalten Krieg mit dem modernsten Waffensystem einer früheren Neuzeit, dem Fernsehen, geführt. In Ost-Berlin hatte man schnell erkannt, dass das Mädel im sächsischen Tal der Ahnungslosen verloren ist und holte sie kurzerhand in die nun mauerdurchtrennte Frontstadt Berlin. Hier trat die Hahnemann im Deutschen Fernsehfunk in 30 Folgen der Kabarettserie „Tele-BZ“ auf. Schnell gackerten ein paar Millionen zwischen Rügen und Erzgebirge mit, wenn die Hahnemann ziemlich intelligenten Stuss von sich gab.</p>
<p>Die Einheitsgewerkschaft der DDR, der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund FDGB, dankt ihr das launige Ablenkungsmanöver vom Arbeiter- und Bauernalltag mit dem Kunstpreis, ihrem ersten.</p>
<p>1964: Ingrid Ramso alias Helga Hahnemann heißt die junge Frau, die in dem Criminal vom „Tresorknacker“ ihre Künste auch dem Fernsehfilmpublikum zum Besten gibt. Und auch wenn die Hahnemann wie in manchen Folgen des Polizeiruf 110 zeigen wird, dass sie ernst machen kann, liebt sie das Publikum für ihre kesse Schnauze.</p>
<p>1974: Die Hahnemann lernt Angela Gentzmer kennen, die 17 Jahre lang an ihrer Seite als Autorin von Liedern und Sketchen stehen wird. Ein Dreamteam, denen die „Traudl Schulze“ geboren wird. Nein, alles ganz in Ordnung! Traudel ist Diplomraumpflegerin und als solche scheinbar auf die Fernsehwelt gekommen. Mit ihr spricht die Hahnemann als Stimme des kleinen Mannes.</p>
<p>Das tut sie nur als Traudel oder wenn sie Maxe Baumann nachsteigt oder Geschichten mit Tieren macht. Sie ist gar großzügig und verleiht ihre Unverkennbarkeit, ihre Stimme: an Yvonne – zum Schrecken von Egon, Benny und Kjekd, der gesamten Olsenbande – und zum Hochvergnügen ihres Publikums.</p>
<p>Das Publikum bei Laune halten ist allein ihre persönliche – und zutiefst ehrliche – Devise. Exklusiv hat sie das nicht. Denn auch die kulturpolitischen Zensoren wissen um die Kraft durch Freude. Und lassen der Henne den einen oder anderen Scherz durchgehen, für den andere ne ordentliche Abreibung erwarten hätten dürfen.</p>
<p>Im Gegenteil ist Ende der 70er Jahre – Biermann darf mittlerweile sein Konzertpublikum ausschließlich westlich der Elbe beglücken –so richtig Dampf im Kessel oder im Topp, wo die Musike herausquillt. Jeden zweiten Samstag, bevor es endlich mit Krawall losging auf den Oberliga-Fußballplatz, habe ich mich mit Mama über ihr dummes Gegacker zwischen Maschines Geröhre und Tamaras Gekrächz beeiert. Danke dafür, Henne!</p>
<p>Was dem Berliner Rundfunk recht, war dem Fernsehen dreimal billig. Und weil die Topp-Musike auch dort gut ankam, dampfte die Hahnemann auch durch den Kessel Buntes. Mit Köfer und Emmerlich, mit Alfred Müller und Jiri Korn, mit Dagmar Frederic und Roberto Blanco geigelte die Henne, tanzte, steppte und moderierte, was das Zeug nur aushalten konnte.</p>
<p>Und wer von der Dröhnung noch nicht genug hatte, der konnte ihre Stimme von Vinyl abspielen – Stund’ auf Stund’. Drei ganze Langspielplatten voll im Stile von olle Hugo und seine Süße. „Sie konnte keine einzige Note, traf aber immer den richtigen Ton.“</p>
<p>Den muss Big Helga, die im Volke so beliebt war wie beleibt, getroffen haben, als sie im September 1988 dem SED-Chefideologen Kurt Hager ihr Verlangen eines Auftrittes in der RIAS-Schlager-Parade mitteilte mit dem Vermerk: „Ich gestehe, dass ich es ein wenig Leid bin, vor jedem meiner Auftritte außerhalb unserer Grenzen so viele Hürden überspringen zu müssen – um im Olympischen Sprachgebrauch zu bleiben.&#8221; Der Brief endet: „Mit den besten Grüßen / Ihre größte Quasselstrippe von Berlin, Helga Hahnemann.&#8221;</p>
<p>Sie durfte zum RIAS-Konzert fahren und in der Deutschlandhalle singen. Und sie kam zurück. Etwas verspätet zwar. Aber sie kam. Ihre launige Rückkehr aus Westberlin, so wird berichtet, soll sie, am geschlossenen Grenzübergang angekommen, mit dem Ruf: „He, ihr Eierköppe, macht mal hier auf, ich will nach Hause!&#8221; kundgegeben haben.</p>
<p>Und auch privat lebte die Hahnemann aus dem Vollen: „Lieber lichterloh brennen als langsam verglühen&#8221;, war ihr Motto. Sie rauchte wie ein Schlot, aß von allem, was ihr schmeckte, bis nicht viel mehr ging, liebte vom Leben alles mit der Lust des letzten Mals.</p>
<p>Ein Mann allein konnte das nicht mithalten. Ihre Beziehung zu dem Regisseur Ralf Thieme zerbrach nach 15 Jahren. Die Trennung schmerzte die Frau, die ohne eigene Kinder blieb. Als Mann war fortan nur ein Robert Redford ihr Idol.</p>
<p>Und die Hahnemann ackerte – buchstäblich bis zum Umfallen. „Wenn jemand uff de Straße zu mir sagt: ‚Helga, weiter so!’ – dit isset, eh!&#8221; Und angesprochen wurde sie. Bei Bäcker Petersick in Schöneiche unterhielt sie die Leute in der Warteschlage. Dort um die Ecke wohnte sie in ihrem Haus, wo sie eine Garage zum Ballettraum umgebaut hatte. Sie musste auch hier trainieren für ihr Publikum. Und fand sie einen Winkel, der ihr Momente der Ruhe bot, wurde mit der Katze geschmust und in der Küche gebacken und gebraten.</p>
<p>Als mit dem Jahr 1990 eine neue Zeit anbrach, musste auch die Entertainerin im Extraformat ein paar Klinken putzen gehen. „Kennen wir nicht – brauchen wir nicht“, dass erfuhr auch die Hahnemann, die ihr erfolgreiches Gastspieldebüt im Berliner Westen bei den Wühlmäusen 1988 gegeben hatte. Aber die Türen, durch die sie wollte, öffnete sie sich. Jetzt noch einmal. Als es am 5. Mai 1990 „Guten Abend, Deutschland“ hieß, das Fernsehen der DDR und das ZDF in ihrer Gemeinschaftsproduktion 25 Millionen Zuschauer ereichten und mit Thomas Gottschalk und Frank Elstner im Berliner Friedrichstadtpalast das Publikum begrüßten, war die „Henne“, wie sie seit eh und je bei ihren Fans hieß, mit dabei.</p>
<p>Zu dieser Zeit trug sie die Erkrankung schon in sich. Doch sie wollte von ihrem Lungenkrebs nichts wissen, und schon gar nicht sollte das ihr Publikum. „Die Leute sollen doch sagen: „Dabei war se kernjesund, als se starb.“</p>
<p>Am 20. November 1991 ist Helga Hahnemann gestorben. Und doch hört man die Henne noch heute gackern. Am vernehmlichsten wohl, wenn sich seit 1995 jährlich die deutsche Showprominenz vom Publikum mit der „Goldenen Henne“ ehren lässt, ob es nun die Stefanie Hertel oder der Frank Schöbel, Kurt Biedenkopf oder Deutschlands Handballmänner, Rudi Völler oder die Scorpions sind.</p>
<p>Wen freie Flugrouten vom neuen BBI in Schönefeld in die Ferne tragen, überfliegt dort vielleicht auch jene andere Helga-Hahnemann-Straße, der es – rein optisch – besser geht als ihrer Schwester in 10117 Berlin. Und die Henne gackert zuweilen noch in Schöneiches Gemeindehaus, das ebenfalls ihren Namen trägt. Der Autor hofft ganz im Sinne der Henne, dass seine Leser einen Hauch der „Freundlichkeit mit auf den Weg nehmen“, den die Henne sich immer für ihr Publikum am Ende des Abends gewünscht hat. Denn, was auch immer geschieht, die „Leute sollen mal richtig ablachen. Sie brauchen das wie Kinder, die sich mit Eierpampe bewerfen.“</p>
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		<title>Horoskope 2012 &#8211; Von Stier bis Löwe</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Jan 2012 05:00:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lucas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Horoskop]]></category>

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		<description><![CDATA[Stier Der Stier sollte acht geben, dass er sich im nächsten Jahr keine Hörner aufsetzen lässt und Beziehungsprobleme besser schon in Jahreshälfte eins bewältigen. Wenn diese erst in Hälfte zwei auftreten – Pech gehabt. Für Gesundheit und Karriere sind Sie im Wesentlichen selber verantwortlich, Sterne hin oder her. Wenn sie diese jedoch von Zeit zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5416" title="Stier" src="http://www.maulbeerblatt.com/wp-content/2012/01/Stier.jpg" alt="" width="460" height="554" /></p>
<p><strong>Stier</strong><br />
Der Stier sollte acht geben, dass er sich im nächsten Jahr keine Hörner aufsetzen lässt und Beziehungsprobleme besser schon in Jahreshälfte eins bewältigen. Wenn diese erst in Hälfte zwei auftreten – Pech gehabt. Für Gesundheit und Karriere sind Sie im Wesentlichen selber verantwortlich, Sterne hin oder her. Wenn sie diese jedoch von Zeit zu Zeit sehen, sind Sie entweder Boxer oder Rausschmeißer von Beruf.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5415" title="Zwilling" src="http://www.maulbeerblatt.com/wp-content/2012/01/Zwilling.jpg" alt="" width="200" height="299" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Zwillinge</strong><br />
Zwillinge sind für gewöhnlich selten allein. Da macht auch das kommende Jahr keine Ausnahme. Im Job fliegt Ihnen irgend<br />
wann alles zu, jedoch sollten Sie aktiver werden.<br />
Der Oktober lässt die Blätter fallen und Sie haben den Himmel wieder vor Augen. Es sei denn Sie lassen den Kopf hängen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter  wp-image-5413" title="Krebs" src="http://www.maulbeerblatt.com/wp-content/2012/01/Krebs.jpg" alt="" width="180" height="354" /></p>
<p><strong>Krebs</strong><br />
Gute Neuigkeiten! Im Jahr 2012 werden Sie eine feste Bindung eingehen – es sei denn Sie tun es nicht. Erfolg in allen Lebenslagen liegt an Ihrem eigenen Ehrgeiz. Jedoch sollte man seine Kräfte nur gewinnbringend einsetzen. Wessen Gewinn? Das entscheiden Sie am Besten selbst.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5414" title="Löwe" src="http://www.maulbeerblatt.com/wp-content/2012/01/Löwe.jpg" alt="" width="200" height="265" /></p>
<p><strong>Löwe</strong><br />
Ach, im nächsten Jahr klappt für den Löwen aber auch gar nichts! In der Liebe ist er viel zu eigensinnig und im Job wirft man ihm Steine vor die Füße. Nur in den Momenten, wenn der Löwe alles für seinen Partner tut und jede Hürde überspringt, trifft das gar nicht zu. Doch wie schlimm man Ihnen auch mitspielt – als Löwe stehen Sie sofort wieder auf. Es sei denn Sie brechen sich ein Bein. Das kann dann bis zu drei Wochen dauern.</p>
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