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		<title>Der Keitzfalter 2013 für die Altstadt Köpenick ist da!</title>
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		<pubDate>Wed, 15 May 2013 14:42:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Großer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>

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		<description><![CDATA[Jetzt holen! Ausflugstipp, besondere Orte und ausgefallene Ecken der Altstadt Köpenick!]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Jetzt holen! Ausflugstipp, besondere Orte und ausgefallene Ecken der Altstadt Köpenick!</p>

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		<title>Am Bellevue</title>
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		<pubDate>Tue, 14 May 2013 09:27:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Piethe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zeitreisen]]></category>

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		<description><![CDATA[Gar keine schöne Aussicht Nahe der Stadt Rimini hat er es vollbracht, sein berühmtestes Wunder: der heilige Antonius, dem die gottvergessenen Stadtbewohner nicht zuhören wollten, kehrte ihnen den Rücken und sich dem Ufer des Meeres zu und predigte die seine Lehren nach Christi an die Fische. Die sollen ihm andächtig zugehört haben wie dem heiligen [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-8815" alt="bellevue" src="http://www.maulbeerblatt.com/wp-content/uploads/2013/05/bellevue.jpg" width="490" height="277" /></p>
<p><em>Gar keine schöne Aussicht</em></p>
<p>Nahe der Stadt Rimini hat er es vollbracht, sein berühmtestes Wunder: der heilige Antonius, dem die gottvergessenen Stadtbewohner nicht zuhören wollten, kehrte ihnen den Rücken und sich dem Ufer des Meeres zu und predigte die seine Lehren nach Christi an die Fische. Die sollen ihm andächtig zugehört haben wie dem heiligen Franz von Assisi die Vögel. Diesem und anderer seiner Wunder eingedenk, wurde St. Antonius zum Patron der Bäcker und der Schweinehirte, der Mütter und der „Sozialarbeiter“– und der verlorenen Sachen. Mit Lilie, Heiliger Schrift und lauschigen Fischen bewehrt, soll er helfen gegen Unfruchtbarkeit und bei Fieber, wider Schiffbruch und Kriegsnöte und auch Viehkrankheiten soll er auskurieren.</p>
<p>Auch am Ufer des Müggelsees war der heilige Antonius zu Hause. Über ein halbes Jahrhundert lang wirkten unter seinem Schutz die Schwestern und Ärzte im St.-Antonius-Krankenhaus. Die waren 1945 eingezogen, wo bis dahin mit schöner Aussicht auf Müggelberge und See die Parvenü und die wirklich Reichen, Vorstadtschönen und die Sommerfrischler verlustierten: im Hotel und Bad Bellevue. Das hatte auf dem Grundstück der heutigen Josef-Nawrockistraße 34 Tradition seit 1873. Nahe der alten Poststraße nach Erkner, wo seit 1753 eine Bockwindmühle am See stand, kaufte der Schiffer Louis Sucrow das Grundstück am damaligen Mühlenweg, wechselte den Beruf, ließ ein Wirtshaus errichten und machte in Versorgung und Unterhaltung. Eine Kegelbahn und ein Eiskeller entstanden und bis zum Ende des Jahrhunderts wurde aus dem „Hotel Fischer“ das „Restaurant und Hotel Bad Bellevue“ in Friedrichshagen.</p>
<p>Die Eigentümer wechselten, aber das Bellevue wurde zu einer der ersten unter den wahrlich vielen guten Adressen am Müggelsee, zu einem der „hervorragendsten Sommerlokale“, zum „Nobeletablissement“ von Rang, „nicht nur im anmutigen Friedrichshagen, sondern auch aller Ortschaften in der Umgebung Berlins“, wie die damalige Presse befand. Das Hotel Bellevue war modern, war chic. Das Saalgebäude wurde erweitert, es gab größere und kleinere Casinomensen, die 800 Gäste zu Tisch baten. Ein Terrassengarten bot Schatten und schönen Ausblick, eine Badeanstalt lud in die Fluten des damals noch haifreien Müggelsee und Dampfer luden Ladungen amüsierfreudiger Berliner am Gestade vor Bad Bellevue im Jahr zu Tausenden ab.<br />
Glücklich war, wer eines der 30 mondänen Hotelzimmer mit Zentralheizung, Brause- und Wannenbad und Blick auf Berg und See ergattern konnte. So bedeutend der Ort, konnte die Ortsverwaltung nicht anders, benannte die anliegende Straße um in Bellevuestraße. Das war 1895. Mit der Familie Schmidt zog es 1897 die erste Garde der Berliner Hoteliers nach Friedrichshagen. Als Sohn des Inhabers der Restaurants in den Berliner Zentralhotels war Carl Schmidt prädestiniert, dem Bellevue einen weltstädtischen Glanz zu verleihen. Elegant war das Interieur in Haus und Garten und berühmt wurden die Feste der ortsansässigen Vereine. Die „Friedrichshagener Liedertafel“ frönte hier Wein und Gesang und der „Gustav- Adolf-Frauenverein“ parlierte mit schöner Aussicht. Und im großen Saal, über die legendäre Rosendiele, Glastanzfläche, von unten beleuchtet, diffuses Halbdunkel, schwebten die Ballkleider der Damen, vor den Panoramafenstern Wasserfeuerwerk mit „illuminierten lebenden Bildern auf dem See“. Und wem es dabei zu heiß wurde, der fand Kühlung beim Winterfeste, am Eisbuffet auf Bad Bellevue, im Eisschlitten bei einer Fahrt über den Müüggelsee.</p>
<p>Rums, aus, und Ende – spätestens als im Februar 1943 die letzten Soldaten der 6. Armee vor Stalingrad die Waffen legten und das OKW im Großdeutschen Rundfunk den Untergang „unter der vorbildlichen Führung von Paulus“ und „ungünstigen Verhältnissen erlegen“ verkündete. Da war der Blick auf den Müggelsee die einzig schöne Aussicht, die den Angehörigen der Wehrmacht blieb, die es bis hierher geschafft hatten – auf die Lazarettbahren, die nun in den Suiten und Ballsälen die Möblierung bildeten. Als das Reich samt Wehrmacht untergegangen, ward am Müggelsee einer Hotellerie à la Bad Bellevue nicht mehr bedurft. Siechenpflege und Demut, aber auch hoffnungsfrohe Fürsorge und Mütterglück zog in den einstigen Tempel des Vergnügens. Als im Mai 1945 die sowjetische Militäradministration die Gebäude des St.-Antonius-Krankenhauses in Karlshorst beschlagnahmten, mussten stante pede die pflegenden Schwestern mang 125 schwerkranker Patienten ihr Spital verlassen, nach Hirschgarten in eine aufgegebenen Restauration umsiedeln, bevor man ihnen das alte Bellevue als Heimstätte zuwies. Die Schwestern wirkten hier wider alle Unbill der Zeit und errichteten zum Trotz einer gottvergessenen Welt und unter vielen Widerständen innerhalb weniger Jahre ein barmherziges Hospital von medizinischer Güte. Bald verfügte das St.-Antonius-Krankenhaus über 200 Betten, eine Spezialabteilung der Gynäkologie und Geburtshilfe, eine Chirurgie und eine Abteilung Innerer Medizin. Dort, wo früher im großen Saal mit Bühne geschwoft und wo über die Rosendiele geschweift wurde, standen nun die 50 Krankenlager der Männerstation. In einem kleinen Saal daneben wurden Frauen gepflegt. Und im Erdgeschoss entstand ein Operationssaal. Näh- und Plättzimmer wurden eingerichtet und eine Kantine im Keller. Im ersten Stock schliefen die Schwestern und unter dem Dach wuschen sie in der Waschküche die Wäsche.</p>
<p>Und nun: „Einer der letzten Schandflecke am Ufer des Müggelsees soll verschwinden. In diesen Tagen beginnt der Abriss des früheren St. Antonius-Krankenhauses an der Josef-Nawrocki-Straße“, hieß es im Januar diesen Jahres in einer kurzen Mitteilung, kaum wahrgenommen hat es die lokale, weniger noch die regionale Presse. „Der Investor hat bereits eine Baugenehmigung beantragt. Das alte Krankenhausgebäude soll abgerissen werden und dort entstehen drei Häuser mit insgesamt 43 Wohnungen“, wo seit dem Jahr 2001 bereits die Tore des Hospiz für immer geschlossen wurden, die Schwestern des Hl. Antonius ausgezogen waren. Seit einigen Tagen nun ist er wieder frei, der Blick auf den Müggelsee – und „der letzte Schandfleck“ beseitigt. Steht man am südöstlichen Eckgrundstück der Josef-Nawroki-Straße und schaut gen See, tuckern Bagger durchs Bild und Kipper räumen die Reste von Schutt und Geschichte vom Hof, türmen Sand hier und planieren Gelände für Künftiges dort. Als ich gestern Morgen daselbst stand, wollte mir scheinen, als verstelle solch ein ungehemmter Blick an manchem Ort doch die Sicht auf etwas ganz Wesentliches, auf etwas, das hinter uns liegt und doch dazugehört. Oder, wie es der Schutzheilige verlorener Sachen gesagt haben soll: Wenn Du es eilig hast, setze Dich.</p>
<p><em>Bildquelle: <a href="http://www.brandel-antiquariat.de/">Antiquariat Brandel</a></em></p>
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		<title>räuber in the box</title>
		<link>http://www.maulbeerblatt.com/veranstaltung/rauber-in-the-box/</link>
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		<pubDate>Mon, 13 May 2013 11:28:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Vorbau</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Aus Friedrich Schillers Sturm-und-Drang-Drama &#8220;Die Räuber&#8221; macht Bridge Markland eine rasante Eine Frau+ Puppen-Vollplayback-Show. Auflehnung, Neid, Liebe, Starrsinn, Heldenwahn und Verzweiflung sind der Stoff des Dramas. Schillers heftige Sprache verstärkt Markland mit 157 Song-Einspielungen, Filmmusiken und Zitaten. Schillers Text kommt aus dem Off, gesprochen von dem bekannten Schauspieler Dieter Landuris, dem Berliner Chansonsänger Boris Steinberg [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-8823" alt="fausinthebox" src="http://www.maulbeerblatt.com/wp-content/uploads/2013/05/fausinthebox.jpg" width="490" height="248" /></p>
<p><span>Aus Friedrich Schillers Sturm-und-Drang-Drama &#8220;Die Räuber&#8221; macht <a href="http://www.bridge-markland.de" target="_blank">Bridge Markland</a> eine rasante Eine Frau+ Puppen-Vollplayback-Show. Auflehnung, Neid, Liebe, Starrsinn, Heldenwahn und Verzweiflung sind der Stoff des Dramas. Schillers heftige Sprache verstärkt Markland mit 157 Song-Einspielungen, Filmmusiken und Zitaten. Schillers Text kommt aus dem Off, gesprochen von dem bekannten Schauspieler Dieter Landuris, dem Berliner Chansonsänger Boris Steinberg und anderen.</span></p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/LOwvwuJ8tDI" height="276" width="491" allowfullscreen="" frameborder="0"></iframe></p>
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		<title>+++ Breaking News +++</title>
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		<pubDate>Mon, 13 May 2013 09:14:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian Köpcke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Glosse]]></category>

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		<description><![CDATA[6.38 Uhr: Sprotte 69 postet auf Facebook »Das kann doch nicht wahr sein! Ich glaub das nicht!« + + + 6.42 Uhr: Silke T. twittert »Das ist ja völlig hacke! Das ist ja total bombe! Pfui kacke!« + + + 7.10 Uhr: DPA meldet »Es besteht Fluchtgefahr! Alle verfügbaren Einsatzkräfte in Alarmbereitschaft versetzt!« + + [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>6.38 Uhr: Sprotte 69 postet auf Facebook »Das kann doch nicht wahr sein! Ich glaub das nicht!« + + + 6.42 Uhr: Silke T. twittert »Das ist ja völlig hacke! Das ist ja total bombe! Pfui kacke!« + + + 7.10 Uhr: DPA meldet »Es besteht Fluchtgefahr! Alle verfügbaren Einsatzkräfte in Alarmbereitschaft versetzt!« + + + 7.12 Uhr: Heiner Bremer begrüßt einen Experten bei n-TV »Wie schätzen Sie den Fall ein? Was können Sie uns im Augenblick sagen?« »Die Sache ist sehr verworren, der Sachverhalt sehr komplex. So etwas wird sich in unserer freiheitlichen Gesellschaft auch mit lückenloser Überwachung nie ganz verhindern lassen.« + + + 7.42 Uhr: für 9.30 Uhr wird eine Pressekonferenz des Ministerpräsidenten angekündigt + + + 8.22 Uhr: Veronika Ferres (Schauspielerin) bekennt im Frühstücksfernsehen »Das ist unfassbar. Meine Gedanken sind in diesem Augenblick bei seiner Frau und den Kindern. Ich bete für den Frieden seiner Seele.« + + + 8.24 Uhr: Wolfgang Kubicki (FDP) im Frühstücksfernsehen »Es sollte auch für Ihn die Unschuldsvermutung gelten. Schließlich leben wir in einem Rechtsstaat!« + + + 8.55 Uhr: Der Einsatzleiter der Polizei ruft alle Bürger zu besonderer Wachsamkeit auf. »Bleiben Sie in Ihren Häusern! Öffnen Sie niemandem die Tür, wenn er sich nicht als Polizist ausweisen kann! Bleiben Sie am Fernseher und warten Sie auf weitere Instruktionen! « + + + 9.34 Uhr: Der Ministerpräsident tritt ans Mikrofon »Meine sehr geehrten Damen und Herren, aus gegebenen Anlass möchte ich um ihre Aufmerksamkeit bitten. Ich kann Ihnen versichern, dass all unsere Sicherheitsbehörden Hand in Hand arbeiten und nicht eher ruhen werden, bis sie ihn gefasst haben. Er wird seiner gerechten Strafe nicht entgehen, denn glauben Sie mir, sehr geehrte Damen und Herren, das Gesetz gilt für alle Bürger!« + + + 10.17 Uhr: Der Experte auf n-TV »Der Sachverhalt ist sehr komplex. Man darf dabei die internationale Dimension nicht außer Acht lassen!« + + + 10.56 Uhr: Sigmar Gabriel (SPD) »Das ist ja total hacke! Pfui kacke!« + + + 11.07 Uhr: Thorsten G. meldet auf Facebook »Geradefuhr ein Polizeiauto mit Blaulicht vor meinem Küchenfenster entlang – jetzt kommt auch noch ein Krankenwagen!« + + + 11.26 Uhr: Der Einsatzleiter der Polizei: »Sind ihm auf den Fersen, haben seinen Bewegungsraum eingeschrenkt, ziehen alle Einsatzkräfte zusammen!« + + + 12.00 Uhr: ARD kündigt für den Abend einen Brennpunkt Spezial an. + + + 12.37 Uhr: Phönix unterbricht sein Programm, die Dokumentation »Kartoffel und Brei – Die Leibgerichte des Führers« wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. + + + 13.20 Uhr: Der Experte auf n-TV »Der Sachverhalt ist sehr komplex. Ich frage mich ernsthaft, ob da fremde Mächte im Hintergrund wirken?« + + + 13.33 Uhr: Dörte H. twittert »Überall Polizei! Warum gibt er nicht auf? Das ist alles so krass!« + + + 14.00 Uhr: Angela Merkel (Bundeskanzlerin) auf allen Sendern live: »Meine sehr geehrten Damen und Herren, aus gegebenen Anlass möchte ich um ihre Aufmerksamkeit bitten. Ich kann Ihnen versichern, dass all unsere Sicherheitsbehörden Hand in Hand arbeiten und nicht eher ruhen werden, bis sie ihn gefasst haben. Er wird seiner gerechten Strafe nicht entgehen, denn glauben Sie mir, sehr geehrte Damen und Herren, das Gesetz gilt für alle Bürger!« + + + 15.30 Uhr: Harald Glööckler (Stardesigner) »Man muss den ganzen Menschen betrachten, seine Kindheit, sein soziales Umfeld.« + + + 15.39 Uhr: Die Ereignisse überschlagen sich – die Agenturen melden eine Verhaftung + + + 15.44 Uhr: Die Polizei bestätigt »Wir haben ihn! Wachsame Bürger führten uns auf die richtige Spur.« + + + 21.15 Uhr: Dieter P. bei Günter Jauch »Auf dem Rasen lagen einige Nürnberger Würstchen. Manche angeknabbert, andere nicht. Vorsichtig öffnete ich meinen großen grünen Schnellkomposter und darin saß er – Uli Hoeneß. + + + 23.55 Uhr: Der Experte auf n-TV »Noch liegt vieles im Dunklen, aber eines scheint schon jetzt offensichtlich – derSachverhalt ist sehr komplex.«</p>
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		<title>Gib der Kunst Raum</title>
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		<pubDate>Wed, 08 May 2013 11:22:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian Köpcke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>

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		<description><![CDATA[Jörg Langelüttich ist seit 35 Jahren Kameraassistent im Dokumentar- und Spielfilmbereich. In Schöneweide eröffneten seine Frau Jutta und er die Espressobar LALÜ. Nicht nur der Kunst- und Kulturszene geben sie damit eigene Impulse. Ein Café in Schöneweide – warum? Wir wollten schon immer etwas mehr machen, etwas mit Kunst, Kultur, mit Ausstellungen, mit Öffentlichkeit. So [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-8801" alt="lalue" src="http://www.maulbeerblatt.com/wp-content/uploads/2013/05/lalue.jpg" width="490" height="322" /></p>
<p><em>Jörg Langelüttich ist seit 35 Jahren Kameraassistent im Dokumentar- und Spielfilmbereich. In Schöneweide eröffneten seine Frau Jutta und er die Espressobar LALÜ. Nicht nur der Kunst- und Kulturszene geben sie damit eigene Impulse.</em></p>
<p><strong>Ein Café in Schöneweide – warum?<br />
</strong>Wir wollten schon immer etwas mehr machen, etwas mit Kunst, Kultur, mit Ausstellungen, mit Öffentlichkeit. So war klar, dass wir nicht einfach Kaffee verkaufen würden. Wir fanden schnell Kontakt zur Schöneweider Kunstszene. Wir wollten für die Leute da sein, die Interesse an uns haben. So war unser Café immer anders als die anderen Läden in Schöneweide und nach vier Jahren brachte es dann erstmals mehr als Arbeit ein.</p>
<p><strong>Aber warum habt ihr Euch gerade an diesen verlorenen Ort begeben?</strong><br />
Es gab bereits Uwe Quiring mit seiner QBAR – eine wirklich angenehme Fußballkneipe. Aber ein Café, in dem Milchschaum auf den Kaffee kommt und keine Schlagsahne, da war unser LALÜ tatsächlich das Erste hier. Im Übrigen war Schöneweide ja immer so ein Platz, wo man nicht zum Vergnügen hin ging. Im Osten war es nicht ansehnlich, ein verdreckter Industriestandort mit rauchenden Schloten und 25.000 Arbeitern. Als nach 1992 die Firmen dicht machten, wurde es noch trostloser. Ich hatte 1975 hier angefangen, Elektriker zu lernen. Seit damals kannte ich die Ecke und hatte keinen Vorbehalt. Als dann klar war, die Hochschule kommt, haben wir uns gesagt: „Also los!”. Ich habe ohnehin keine Berührungsängste mit derartigen Orten, ebenso wenig, wie mit sozialen Randgruppen. Rund um den Rathenau-Platz gibt es den ewigen Streit um die Obdachlosen, die sich dort treffen, die dort trinken. Einige sagen, die müssen weg. Doch ich sage nein, die müssen nicht weg, da muss nur etwas anderes dazu kommen. Es stört doch oft nur das, was vordergründig und für sich allein da ist. Mittlerweile sitzen da die Obdachlosen – saufend – und daneben sitzen die Studierenden – schreibend an ihren Semesterarbeiten – sobald die Sonne scheint.</p>
<p><strong>Verändern sich mit den frisch renovierten Fassaden auch die Menschen, die hier leben?</strong><br />
Das Damoklesschwert der Gentrifizierung hängt auch hier über Allem und viele sind beunruhigt. Ein Schöneweider Unternehmer baut wie wild und nimmt dann Mieten von 10 Euro aufwärts. Schnell ist von Luxussanierung die Rede. Aber natürlich baut heute niemand Altbauten mit Ofenheizung. Dadurch verändert sich etwas und das ist tatsächlich nicht für alle gut. So waren auch Rufe zu hören „Scheiß Studenten, ihr versaut hier die Preise!” Darüber mag man sich wundern, aber für einen kleinen Schuhkarton im neuen Studentenwohnheim zahlen die über 300 Euro. Ansonsten sind es Familien, die hier her ziehen. Wir sehen sie kommen, aber wir sehen viele auch wieder gehen. Wenn es um die Wahl der Schule geht, erleben manch Zugezogene, dass es in Schöneweide schwierig ist. Dabei gibt es hier auch Schulen, die einen sehr guten Ruf haben, doch das muss auch erst einmal durchdringen. Und so finde ich es gut, dass sich hier all diese Veränderungen in einem gemächlicheren Gang vollziehen.Die Industriebauten am Spreeufer vergammeln ja nach wie vor. Die wurden mal gesandstrahlt, bevor die Queen kam und seither sitzen die Investoren da und warten, dass Mercedes, Adidas und Siemens kommen, um diese Riesenhallen auf Dauer zu mieten. Das wird natürlich nicht passieren. Schöneweide braucht also noch sehr viel Zeit.</p>
<p><strong>In diesem Umfeld versucht Ihr Kunst und Kultur im LALÜ zu etablieren. Welche Zwischenbilanz ziehst Du nach nunmehr sechs Jahren?</strong><br />
Angefangen haben wir sehr ambitioniert mit Lesungen, Konzerten und Ausstellungen. Aber wir blieben über Jahre mit unserem Programm allein auf weiter Flur und so haben wir schließlich entschieden, dass wir verstärkt Projekte des Industriesalons unterstützen. Im LALÜ konzentrieren wir uns auf unsere 3 bis 4 Ausstellungen im Jahr, mit Vernissage und Finissage. Da griff eines Tages ein notwendiger Selbstschutz. Seither war nicht mehr das Ganze in Frage gestellt, denn endlich gelang es uns, wirtschaftlicher zu arbeiten. Wir mischen natürlich weiterhin mit und bringen uns ein. Vor einiger Zeit formierte sich der Schöneweider Künstlerkreis, denn es gab mittlerweile viele Kreative, die mitunter Tür an Tür ihre Ateliers hatten, aber sich untereinander nicht kannten. Nun trifft man sich einmal im Monat im LALÜ und spricht miteinander.</p>
<p><strong>Das Quartiersmanagement ist ausgelaufen. Steht die Kommunalpolitik den Schöneweidern weiterhin hilfreich zur Seite?</strong><br />
Wenn ich mit Oliver Igel ins Gespräch komme, oder mit der zuständigen Dame, deren Name mir nicht einfällt, eben weil SIE dafür zuständig ist, dann habe ich Fragen. Und diese Fragen werden mir nicht beantwortet. Ich persönlich fühle mich da sehr allein gelassen. Spielhallen, Dönerläden, China-Imbisse, Nagelstudios – das sind Indikatoren für die Struktur in einem Kiez. Wenn es bereits vier Spielhallen gibt, fehlt womöglich keine fünfte. Und wenn es nicht möglich ist, auf die Vermieter Einfluss zu nehmen, dann müssen andere Fördermöglichkeiten gefunden werden, da ist einfach ein bisschen Fingerspitzengefühl gefragt. Die Goltzstraße ist ein positives Beispiel dafür, wie man so etwas mit einer flankierenden Planung etwas steuern kann. Allerdings fehlt es auch noch immer an Leuten mit Ideen und Traute, die etwas Eigenes entwickeln wollen und die auch die Kraft haben, ein paar magere Jahre durchzustehen. Gäbe es mehr davon, gäbe es auch mal ein Nagelstudio weniger. So würde ich mir wünschen, dass Projektentwickler sich nicht nur um das Großgewerbe am Wasser Gedanken machen, sondern dass man die andere Seite der Wilhelminenhofstraße dabei nicht vergisst.</p>
<p><strong>Wie wichtig ist Eigenverantwortung?<br />
</strong>Im LALÜ läuft vieles zusammen, denn man weiß, da bekommst Du geholfen. Ich verfüge ja oftmals auch nur über ein blödes Halbwissen, aber Du bekommst immer einen Einstieg zur Lösung Deines Problems, ob nun auswertige Künstler kurzfristig eine Unterkunft brauchen, ob Du als Ladenvermieter nicht weißt, was es mit der Anfrage eines Uniform- und Stiefelfachhandels auf sich haben könnte, und selbst wenn der Glatzkopf aus dem Nachbarhaus höflich fragt, wie er die Papiere vom Amt verstehen soll. Wie nimmst Du jenseits von Schöneweide die gesellschaftliche Realität war? Natürlich kritisch, aber auch diese Frage lässt sich hier vor der eigenen Haustür erklären. So sehe doch auch ich die Trinker auf dem Rathenau- Platz. Und im Sommer rufe ich immer mal wieder den Rettungswagen, weil einer von der Bank gefallen ist und sich den Kopf aufgeschlagen hat. Zur scharfen Beobachtung der Realität gehört jedoch immer auch die Bewertung dessen, was Du gesehen hast. Denn den Obdachlosen sehen ja alle, nur die Reaktion ist höchst unterschiedlich. Der eine wünscht ihn sich fort, der andere will ihn liegen lassen und die Studierenden gehen hin – egal wie der aussieht, egal wie verdreckt er ist – und helfen ihm hoch. Junge durchgestylte Modedesign-Mädels, von denen man das nicht erwarten würde, gehen hin und setzen ihn wieder auf die Bank. Es kommt also immer darauf an, welche Schlüsse man zieht. Es ist heute sehr leicht, den Leuten zu erklären, warum man Zypern nicht helfen muss. Wenn man sich jedoch dazu entschlossen hat in einer Gemeinschaft zu leben, ob das eine Hausgemeinschaft, ein Stadtteil oder eine Europäische Gemeinschaft ist, dann hilft man sich. Ich kann nicht sagen, ob es gut ist, dass es Europa in dieser Form heute gib. Nur ist es nun da. Und deshalb sollten wir uns helfen. Die Schwierigkeit besteht heute vor allem in den extremen Verwerfungen. Es gibt Bankenbosse, die verdienen so unvorstellbar viel, dass am anderen Ende unserer Gesellschaft das Verständnis und die Bereitschaft denen in der Krise zu helfen rapide abnimmt.</p>
<p><strong>Im September ist Bundestagswahl – können und wollen die etablierten Parteien die anstehenden Probleme lösen?</strong><br />
Die Parteien können es nicht, denn sie sind nach oben hin ziemlich weit entfernt von einem demokratischen Verständnis. An der Basis ist das noch anders. Auf der kommunalen Ebene sind engagierte Leute unterwegs, die wirklich Dinge in Gang setzen und Probleme aus dem Weg schaffen wollen. Die Bereitschaft nimmt jedoch nach oben hin ab, weil da ganz andere Interessen greifen – Lobbypolitik, Karriereplanungen, gesellschaftliche Zwänge. Ab einem gewissen Level enden die Einflussmöglichkeiten engagierter Menschen.</p>
<p><strong>Verbindest Du Chancen und Hoffnungen mit der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens?<br />
</strong>Unbedingt! So bedingungslos wie es sein soll, so bedingungslos ist auch meine Forderung danach. Es ist unerträglich, wie Menschen, die über den Tellerrand unserer Gesellschaft gefallen sind, kriminalisiert werden. Vor vielen Jahren, ich war noch Schüler, da hat mein Vater zu mir gesagt: „Es wird die Zeit kommen, da ist nicht mehr genug Arbeit für alle da.“ Es ist schlichtweg nicht möglich und es ist eine Lüge, dass jeder, der arbeiten will, auch Arbeit bekommt. Es muss eine Möglichkeit geben, Menschen, die nicht mehr arbeiten können, zu entkriminalisieren. Die sitzen auf dem Amt und werden behandelt wie Räuber! Als würden sie der Gesellschaft was wegnehmen, als hätten sie kein Anspruch darauf, wenn sie nicht bestimmte Bedingungen erfüllen, die sozial gar nicht erfüllbar sind. Und dieses bedingungslose Grundeinkommen gibt jedem die Freiheit, sich in dieser Gesellschaft zu bewegen – an dieser Gesellschaft teilzuhaben. Hinzu kommt ein wesentlicher Aspekt, der geradezu genial ist: In dem Moment, in dem ich nicht mehr unter Zwang stehe, kann ich mich entwickeln und komme von ganz allein auf die Idee, eine gesellschaftlich sinnvolle Aufgabe zu übernehmen. Da führt kein Weg daran vorbei.</p>
<p><strong>Was hat Dich geprägt?</strong><br />
Ich hatte das Glück, noch während der Lehrzeit Kontakt zu Biermann und Havemann zu haben, das hat mich geprägt. Später verschlug es mich zum Defa-Dokumentarfilm in die Kindersparte. Das war in der DDR eine kleine Dissidenteninsel. Ich hab mit den Leuten gearbeitet, die auch heute noch die bekannten Dokumentarfilmer sind. Nach der Wende war es schwer, für alle. Mich hat es durch Zufall nach Cornwall verschlagen – sieben Jahre Rosamunde Pilcher – das war schon beinahe Urlaub. Aber zwischendurch war ich immer wieder bei ernsthaften Dokumentarfilmproduktionen dabei, das war mir sehr wichtig.</p>
<p><strong>Netzwerkarbeit im Kietz, Gäste im Café bedienen, am Filmset den Überblick behalten – wo siehst Du Schnittmenge in all Deinem Tun?</strong><br />
Der größte Teil unserer Probleme ist durch Zuhören und Toleranz lösbar. Ein Gefühl für den Anderen entwickeln, miteinander reden – darum dreht es sich immer wieder. Ob beim Film, im Café oder im Kietz. Es gibt Spielregeln, die sind unausweichlich, aber danach kommt Toleranz und die Bereitschaft, aufeinander zu zugehen.</p>
<p><strong>Was wünscht Du Dir für Schöneweide?</strong><br />
Der Künstler Leo Königsberg schrieb sehr treffende Worte auf eine der verfallenen Werkhallen am Spreeufer: „Gib der Kunst Raum, dann wird sich die Schönheit ihrer Seele in Freiheit entfalten.“</p>
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		<title>Ding Dong …</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Apr 2013 07:56:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian Köpcke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Editorial]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Hauptbahnhof bröckelt so schnell, wie das Vertrauen in die soziale Marktwirtschaft und das, obwohl die Frauenquote doch immerhin im Bereich der Zwangsräumungen für Rentnerinnen bereits zum Tragen kommt. Im Falle des plötzlichen Ablebens der so Gewertschätzten lässt sich denn die Stadt Berlin bei den Beisetzungskosten auch nicht lumpen. Jenseits solch trauriger Einzelfälle bietet die [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Hauptbahnhof bröckelt so schnell, wie das Vertrauen in die soziale Marktwirtschaft und das, obwohl die Frauenquote doch immerhin im Bereich der Zwangsräumungen für Rentnerinnen bereits zum Tragen kommt. Im Falle des plötzlichen Ablebens der so Gewertschätzten lässt sich denn die Stadt Berlin bei den Beisetzungskosten auch nicht lumpen. Jenseits solch trauriger Einzelfälle bietet die politische Bühne wie immer ein buntes Programm. In Zeiten finanzieller Diät erhöhen sich unsere Volksvertreter die Diäten. Die Süddeutsche Zeitung offenbart, dass Gunter Sachs (der mit der B.B.) sein Vermögen nicht bei der Sparkasse liegen hatte. Klartext-Steinbrück versucht weiterhin mit vollem Einsatz einstellige Sympathiewerte zu erreichen, um dann in der heißen Phase des Wahlkampfes mit angeklebten Cocker Spanielohren den Mitleidsbonus voll auszuspielen. Mutti gibt konsequent den strengen Vati und wird von unseren mediterranen Freunden nur noch mit Bart und Uniform dargestellt. In Frankreich offenbart das Kabinett sein komplettes Privatvermögen, in England stürmt das Lied „Ding Dong The Whitch Is Dead“ an die Spitze der Charts, während zwei hinterhältige Tschetschenen Amerika den Krieg erklären und damit die Gefahr eines atomaren Erstschlages heraufbeschwören, denn Kim Jong-un im fernen Korea kann es kaum länger ertragen, dass er nun schon seit drei Tagen aus der Berichterstattung verschwunden ist.</p>
<p>Gute Unterhaltung ab dem 03. Mai wünscht die Maulbeerblatt-Redaktion</p>
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		<title>Dame, König, Ass</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Apr 2013 05:21:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robert Jassow</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schachecke]]></category>

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		<description><![CDATA[20 Goldmark, in Kaufkraft umgerechnet etwa 100 Euro. Emanuel Lasker (1868–1941) war der einzige deutsche Schachweltmeister (1894–1921) und wer in Kaffeehäusern am Kurfürstendamm eine Übungsstunde bei ihm nehmen wollte, zahlte Honorar. Lange her, längst Geschichte, in Büchern beschrieben, und dennoch gibt es eine bisher unbekannte Episode, die nach Friedrichshagen führt. Hier lebte Philosoph Rudolf Schottlaender [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>20 Goldmark, in Kaufkraft umgerechnet etwa 100 Euro. Emanuel Lasker (1868–1941) war der einzige deutsche Schachweltmeister (1894–1921) und wer in Kaffeehäusern am Kurfürstendamm eine Übungsstunde bei ihm nehmen wollte, zahlte Honorar. Lange her, längst Geschichte, in Büchern beschrieben, und dennoch gibt es eine bisher unbekannte Episode, die nach Friedrichshagen führt. Hier lebte Philosoph Rudolf Schottlaender (1900–1988), der in seiner Jugend regelmäßig bei Lasker zum Training antrat. Erinnerungen darüber vererbte er Sohn Rainer (63): „Die Partien dauerten nur wenige Minuten. Lasker gewann immer. Den Rest der Stunden unterhielten sich beide über Philosophie. Für diese Gespräche hätte eigentlich mein Vater etwas bekommen müssen.“</p>
<p>Die Biografie Laskers (nach ihm ist eine Berliner Schule benannt) und die der Schottlaenders sind geprägt von Deutschlands dunkelsten Momenten: Erster Weltkrieg, Ruin durch Hyperinflation, als Juden verfolgt von den Nazis. Lasker flüchtete 1933 aus Berlin und starb unter entbehrungsreichen Verhältnissen in New York. Schottlaender junior landete nach einem Fluchtversuch aus der DDR im Knast, wo er per Klopfzeichen das Schach-Blindspiel erlernte. Bis heute gibt er wohl auch deshalb am Brett eine recht passable Figur ab. Wie Lasker schlug sich „Schottie“ später in den USA durch. Lasker tat’s als Berufsspieler, weil ihm Anstellungen als Mathematiker oder Philosoph verwehrt blieben. Schach, Go, Bridge und Poker waren seine Einnahmequellen. Wieder eine Parallele. Mit Damen und Königen beim Kartenspiel kennt sich auch Rainer Schottlaender aus. Und wenn’s läuft, kann er darin sogar ein echtes Ass sein.</p>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-8767" alt="Lasker -Buchholtz , Kopenhagen 1927, Weiß am Zug setzt matt ." src="http://www.maulbeerblatt.com/wp-content/uploads/2013/03/Lasker-Buchholtz-240x239.jpg" width="240" height="239" /></p>
<p><strong>Lösung der Stellung aus MBB 61:</strong><br />
1. Th8+ Kg7,<br />
2. Dd4+ Lf6,<br />
3. Df6 Tf6,<br />
4. Th7+ Kh7,<br />
5. Sf6 nebst Sd7 und Weiß gewinnt wegen der Mehrfigur</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Meine Kröten, deine Kröten</title>
		<link>http://www.maulbeerblatt.com/2013/04/meine-kroten-deine-kroten/</link>
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		<pubDate>Sat, 20 Apr 2013 05:13:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anke Assig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mama Mia]]></category>

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		<description><![CDATA[„Mama, du musst mir Geld geben!“ Also, irgendwie hatte ich gehofft, dass solche Forderungen erst auf mich zukommen, wenn das Kind in die Pubertät kommt. Oder frühestens, wenn die erste Klassenfahrt ansteht. Aber dass die Rotzgören einen mit nicht mal drei Jahren abziehen, fand ich dann doch erstaunlich. „Wofür brauchst du denn das Geld“, wollte [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>„Mama, du musst mir Geld geben!“</em></p>
<p>Also, irgendwie hatte ich gehofft, dass solche Forderungen erst auf mich zukommen, wenn das Kind in die Pubertät kommt. Oder frühestens, wenn die erste Klassenfahrt ansteht. Aber dass die Rotzgören einen mit nicht mal drei Jahren abziehen, fand ich dann doch erstaunlich. „Wofür brauchst du denn das Geld“, wollte ich wissen. „Na um einzukaufen!“ Tja, wer blöd fragt&#8230; Schuld sind die Erzieherinnen in der Kita unserer Tochter. Da wird in stundenlangen Rollenspielen am Kaufmannsladen hemmungslos der Kapitalismus eingeübt. Wer Holzbrote oder Plastik- Bananen kaufen will, muss zahlen. Und wer kein Geld hat, kriegt nix. Oder wird mit fragwürdigen Tauschgeschäften über den Leisten gezogen.</p>
<p>Der Wert des Geldes wird in diesem Alter chronisch über- oder unterschätzt. Wenn ich meiner Tochter ihre eigenen Süßigkeiten abkaufe, dann kostet das stets „zwei Cent“. Den Einkaufswagen- Euro dagegen steckt sie sich jedes Mal selbst in die Tasche und findet, ich bräuchte die Münze ohnehin nicht mehr. Ich habe beschlossen, diese Masche demnächst bei meiner Bank auszuprobieren. Mal ernsthaft: Was wollen die mit all dem Geld in ihren Tresoren? Das kann ich doch viel besser gebrauchen!</p>
<p>Und wenn nicht ich, dann ein paar Millionen Spanier, Griechen oder Zyprioten&#8230;. Apropos Zypern. Schon kommt Unruhe auf, weil die Einwohner Zyperns über eine Art Zypern-Soli an den Kosten ihrer Rettung beteiligt werden sollen. Mehr als um die Einlagen der Kleinsparer sorgen sich Politiker und Analysten aber um das auf der Mittelmeerinsel geparkte Kapital der Millionäre und Milliardäre. So ein scheues Reh kann gut schwimmen. Dabei wissen wir aus zahllosen anderen Krisen, dass Geld selten ganz verschwindet. Es wechselt nur seinen Besitzer. Bei uns im Haushalt weiß ich, wer das ist und auch wofür es gebraucht wird: Der Osterhase, fand die Tochter, soll dieses Jahr auch mal Schokolade bekommen. Um sie zu kaufen, bräuchte sie jetzt dringend eigenes Geld..</p>
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		<title>Stumme Kunst</title>
		<link>http://www.maulbeerblatt.com/2013/04/stumme-kunst/</link>
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		<pubDate>Wed, 17 Apr 2013 05:02:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robert Jassow</dc:creator>
				<category><![CDATA[Maulbeertipp]]></category>

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		<description><![CDATA[Update: Terminverschiebung wegen technischer Probleme Internationale Pantomimetage im Stadttheater Nachdem die Compagnie Bodecker und Neander bereits zweimal zur Weihnachtszeit im Stadttheater Cöpenick residierte und die langjährigen Assistenten von Marcel Marceau ihr Publikum verzauberten, wird dieses Jahr schon im Frühling die Bühne freigemacht, um die stumme, aber keineswegs lautlose Kunst ihrem Publikum zu präsentieren. In der [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #ff0000;"><strong><em>Update: Terminverschiebung wegen technischer Probleme</em></strong></span></p>
<p><em>Internationale Pantomimetage im Stadttheater</em></p>
<p><img class="alignnone size-large wp-image-8758" alt="Stadttheater Cöpenick" src="http://www.maulbeerblatt.com/wp-content/uploads/2013/03/stadttheater-coepenick-490x311.jpg" width="490" height="311" /></p>
<p>Nachdem die Compagnie Bodecker und Neander bereits zweimal zur Weihnachtszeit im Stadttheater Cöpenick residierte und die langjährigen Assistenten von Marcel Marceau ihr Publikum verzauberten, wird dieses Jahr schon im Frühling die Bühne freigemacht, um die stumme, aber keineswegs lautlose Kunst ihrem Publikum zu präsentieren. In der Friedrichshagener Straße werden im Rahmen eines zweitägigen Internationalen Mime-Kurzfestivals Mitte des Monats drei Stücke mit Elementen aus Bewegungs- und Objekttheater gezeigt. Das Eröffnungsstück „Je weiter desto näher“ wird am Mittwoch um 15.00 Uhr gespielt von der Spanierin Irene Fas Fita, geboren 1983 in Valencia, und ihrem Partner, dem Österreicher Johannes Stubenvoll, Jahrgang 1985.</p>
<p>Beide Mimen behandeln das Thema Liebe: „Zu Lieben ist ein Traum, den man mit offenen Augen erlebt. Unsere Geschichte beginnt, wenn einem jemand nicht mehr aus dem Kopf geht und man ständig an ihn denkt. Ein Duett der Sehnsucht nach dem anderen, die Erinnerung an die Freude, sich zu verlieben, bis hin zur Trauer, getrennt zu sein.“</p>
<p>Der Freitagabend beginnt mit dem Solostück „Die Feder“ von Johannes Stubenvoll. Begleitet von Musiker Florian Mönks erzählt der Grazer auf poetische und verzaubernde Art, wie die Natur die moderne Kunst beeinflusst und unter anderem der Gang zum Amt sich zu einem Labyrinth verästelt. Er eröffnet eine andere Sichtweise auf die Realität und lädt das Publikum ein, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Im zweiten Teil der jeweiligen Veranstaltungstage betritt der Stummschwätzer Mattes Weißbach als „Der Däumling“ die Bühne und entführt das Publikum in seine Welt voller Gefahren und Abenteuer.</p>
<p><strong>Weitere Infos unter:</strong><br />
<a title="Stadttheater Cöpenick" href="http://www.stadttheatercoepenick.de">www.stadttheatercoepenick.de</a>, T. 030-650 162 34<br />
Mi, 17.04. 15.00 Uhr , „Je weiter desto näher“; „Der Däumling“<br />
Fr, 19.04. 19.30 Uhr, „Die Feder“; „Der Däumling“<br />
Keine Altersbegrenzung – Unterhaltung für die ganze Familie.</p>
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