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	<title>Maulbeerblatt &#187; Matze</title>
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	<description>Das Kulturmagazin für den Berliner Südosten – aus dem Hause elf62.net</description>
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		<title>Abwarten und Tee trinken</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Jun 2009 06:13:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matze</dc:creator>
				<category><![CDATA[Matzes DVDip]]></category>

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		<description><![CDATA[Abwarten. Warten dass etwas passiert. Dass ES passiert. Dass SIE das Licht dieser Welt erblickt. Eine neue kleine Frau macht mich zum Großvater und glücklich. Natürlich, was sonst. Könnte ich glücklich sein ohne Frauen? Nein. Sie geben allem irgendwie einen Sinn. Ein Blick zurück durch die Jahrhunderte zeigt: Ohne Frau geht für Mann gar nix. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-1956 alignleft" src="http://www.maulbeerblatt.com/wp-content/2009/05/matze_dvdip_juni_v2.jpg" alt="" width="200" height="285" />Abwarten. Warten dass etwas passiert. Dass ES passiert. Dass SIE das Licht dieser Welt erblickt. Eine neue kleine Frau macht mich zum Großvater und glücklich. Natürlich, was sonst. Könnte ich glücklich sein ohne Frauen? Nein. Sie geben allem irgendwie einen Sinn. Ein Blick zurück durch die Jahrhunderte zeigt: Ohne Frau geht für Mann gar nix. Warum schnitzte er die erste Keule, bastelte den ersten Speer, erfand das Rad und etwas später das passende Gefährt dazu? Genau, alles nur um sich dafür von einer Frau loben und im günstigsten Fall mit einem zärtlichen, stahlschmelzendem Blick oder sogar unerwartetem Beischlaf belohnen zu lassen. Und auch die negative Variante bringt höchste Motivation: Wer schon jemals den tödlichen Laserblick einer enttäuschten, genervten oder sonst wie verärgerten Frau auf sich gespürt hat, weiß, was ich meine. Und das haben selbst die ganz kleinen Exemplare schon drauf. <span id="more-1914"></span></p>
<p>Schon mal einen Vater in unserer Kinderfilmabteilung beobachtet, wie er von seiner fünfjährigen Tochter erst mit genau diesem Blick in den Wahnsinn getrieben wird, um dann kurz darauf, mit einem gekonnten Augenaufschlag, den eben noch still Tobenden als ermattet Lächelnden um den Finger zu wickeln. „Na gut“, hört man ihn sagen, „aber nächstes Mal nehmen wir einen Film, den wir noch nicht zwanzig (gefühlte hundert) Mal gesehen haben.“ Dabei blickt er sich ängstlich um, doch seine Frau ist schon mit dem (natürlich völlig wirkungslos) heulenden Sohn nach Hause gegangen und hat ihn ohne Film ins Bett gesteckt, weil er sich nicht entscheiden konnte. Doch einige Tage später, wenn er ganz lieb war (hat den Müll runter gebracht ohne Aufforderung), erlaubt sie ihm einen P 12 Film (mit Angelina Jolie, den wollte er schon so lange sehen), obwohl er erst zehn ist, und in diesem Moment ist er der glücklichste kleine Mann auf der Welt. Doch abwarten, kleiner Mann, eines Tages wird dich eine andere Frau vielleicht noch viel glücklicher machen.</p>
<p>Leider gibt es in unserer Welt alles nur im Doppelpack. Kein Positv ohne dazugehörendes Negativ, kein Himmelhochjauchzend ohne Zu-Tode-Betrübt. Das erleben auch Will Smith und seine Filmpartnerin in „Sieben Leben“. Wunderschön gespielt, sanft, zärtlich, tragisch. Herz zerreißend. *schnupf* In einer Nebenrolle Woody Harrelson, der in meinem zweiten Filmtipp „Walker“ eine grandiose One-Man-Show abliefert. Woody spielt einen Dandy, der reiche ältere Frauen unterhält (er selbst steht mehr auf Moritz Bleibtreu) und zufällig in einen Mord verstrickt wird. Top! Immer wieder gut, der Woody (schon alles gesehen mit ihm?).</p>
<p>So, das war’s fürs Erste. Viel Spaß für euch beim Filme genießen, während ich derweil abwarte, Tee trinke und … mir einen Laserblick von meiner Frau einfange. Bei der Umsetzung meiner (wie ich fand) tollen Fotoidee zu dieser Kolumne setzte ich mir ihre Lieblingsteekanne (Erbstück!!) auf den Kopf … Nur Deckel und Henkel überlebten diesen Einfall. Mit einem hilflosen „Scherben bringen Glück“ blickte ich ganz tapfer in ihre Augen – dort stand nur ein Wort: „Männer“.</p>
<p>Bleibt gesund und schaut mal rein, euer Fast-Opa Mathias.</p>
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		<title>Outback oder Nordwand</title>
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		<pubDate>Thu, 28 May 2009 06:03:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matze</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Entscheidungen. Immer muss man sich irgendwie für irgendwas entscheiden. Find ich die Abwrackprämie nun toll, weil ich ja selber einen Uraltopel fahre, oder ist es nicht doch besser, mit den Milliarden (wo kommen die eigentlich so plötzlich her?)etwas Sinnvolles für Kinder, Kranke und fast Verhungerte zu tun? Bin ich für oder gegen Gewaltdarstellungen in Filmen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-1933 alignleft" src="http://www.maulbeerblatt.com/wp-content/2009/05/matze_dvdip_mai.jpg" alt="" width="200" height="285" />Entscheidungen. Immer muss man sich irgendwie für irgendwas entscheiden. Find ich die Abwrackprämie nun toll, weil ich ja selber einen Uraltopel fahre, oder ist es nicht doch besser, mit den Milliarden (wo kommen die eigentlich so plötzlich her?)etwas Sinnvolles für Kinder, Kranke und fast Verhungerte zu tun? Bin ich für oder gegen Gewaltdarstellungen in Filmen und Spielen für Erwachsene (und was haben eigentlich die alten Römer so für Filme/Spiele konsumiert, so wie die drauf waren?). Und jetzt wo die Krise da ist (oder kommt sie erst noch?), bleib ich nun besser ganz still zu Hause und atme ganz vorsichtig durch den Po oder genieße ich mein Leben noch intensiver, so mit Freunden, gutem Essen, leckerem Wein und einem schönen Film?<span id="more-1765"></span></p>
<p>Apropos, gerade will ich einen solchen Genießertag vorbereiten, muss ich mich schon wieder entscheiden: Welcher Film solls sein? Australia mit Nicole Kidman und Hugh Jackman oder Nordwand mit Johanna Wokalek (Barfuß), Benno Führmann und Florian Lukas. Hab ich heute Lust auf grandiose Bilder vom Australischen Outback, auf Sonne, Liebe, Leidenschaft und Verzweiflung in den Augen von Nicole Kidman dazu (für die interessierte Damenwelt) den entblößten, muskulösen, behaarten und mit Wasser übergossenen (natürlich nur um den Staub abzuspülen) Oberkörper von Hugh Jackman (X-Men, Wolverine), riesigen Rinderherden, urigen Aborigines, fiesen Schurken und das alles drei Stunden lang? (Genau mein Ding).</p>
<p>Oder doch lieber eine wahre Begebenheit aus den späten 30er Jahren? Die dramatische und tragische Geschichte eines deutschen und östereichischen Bergsteigerteams. Beide versuchen, die damals noch unbezwungene Eiger-Nordwand zu erklimmen. Nach ruhiger ersten Stunde stockte mir in der zweiten beim ansehen der fulminanten Bilder (man hat das Gefühl, im Berg zu sein) mehrmals der Atem und ich litt körperlich mit. Ganz großes Kino. (Jetzt weiß ich, dass die Entscheidung Taucher zu werden für mich die richtige war). Tja, was nun? Lass uns doch einfach beide Filme kucken, sagt der kleine Junge in mir. Genialer Plan, genau so machen wir das (ich liebe diesen Burschen).</p>
<p>Also dann, ich wünsche euch, dass ihr meistens gute Entscheidungen trefft. Im Zweifel sollten wir vielleicht einfach mal innehalten und überlegen, was für uns alle – arm, reich, jung, alt, gesund, krank, männlich, weiblich, motorisiert, laufend, kriechend, fliegend, schwimmend, neu hier oder Ureinwohner – so am Besten wäre und dann entscheiden. Was wär das wohl für ne Welt &#8230; und würd ich die gut finden? Entscheidungen, Entscheidungen.</p>
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		<title>Unheimliches in heimischen Wäldern</title>
		<link>http://www.maulbeerblatt.com/2009/04/unheimliches-in-heimischen-waldern/</link>
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		<pubDate>Mon, 27 Apr 2009 08:44:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matze</dc:creator>
				<category><![CDATA[Matzes DVDip]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Stimme in meinem Kopf schreit „Lauf!“ und meine Beine reagieren sofort. Sie wählen das dichte, leicht ansteigende Waldstück vor mir. Schon nach einigen Metern brennen meine Oberschenkel wie Feuer. Ebenso meine Arme. Verdammt, Schwert und Streitaxt sind schwerer als gedacht. „Wirf sie weg“, sagt die Stimme. Vergiss es, ohne hab ich gar keine Chance [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-1634 alignleft" src="http://www.maulbeerblatt.com/wp-content/2009/03/matze.jpg" alt="" width="200" height="297" /><strong></strong>Eine Stimme in meinem Kopf schreit „Lauf!“ und meine Beine reagieren sofort. Sie wählen das dichte, leicht ansteigende Waldstück vor mir.</p>
<p>Schon nach einigen Metern brennen meine Oberschenkel wie Feuer. Ebenso meine Arme. Verdammt, Schwert und Streitaxt sind schwerer als gedacht. „Wirf sie weg“, sagt die Stimme. Vergiss es, ohne hab ich gar keine Chance gegen diese – ja was sind das eigentlich für Gestalten, die mich verfolgen?</p>
<p>Beine, Arme und der ganze Rest brauchen eine Pause. „Du bist außer Form, alter Mann“, hämmert es neben meinem Puls in meinen Ohren. Ich gehe hinter einem umgestürzten Baum in die Hocke, atme tief durch und schließe die Augen. Mein Herz rast, im trockenen Mund klebt meine Zunge am Gaumen und meine Hände spür ich fast nicht mehr. Ich bin zu alt zum Weglaufen. Dann also hier.</p>
<p>Ich öffne die Augen und sehe mich um. Zwischen den Bäumen bewegt sich etwas wie Schatten, lautlos fast. <span id="more-1611"></span>Fast. Mit einem trockenen Knall bricht ein Ast unter einem unvorsichtigen Fuß. Hinter mir raschelt es im Laub. Ich drehe mich um. Aus dem Augenwinkel sehe ich etwas auf mich zu fliegen. Ein Surren wie von einer gigantischen Hornisse ertönt, und einem weißen Blitz gleich durchzuckt ein brennender Schmerz meine linke Schulter. Noch ehe meine Augen ihn entdecken, weiß mein Kopf schon (und sagt es auch): Ein Pfeil hat mich getroffen. Eine Welle aus Adrenalin und Testosteron flutet meinen Körper und spült den Schmerz in eine andere Realität. „Kommt raus und kämpft wie Männer“, höre ich mich brüllen.</p>
<p>Testosteron pur tropft aus meinen (wenigen) Haarspitzen. Wie durch einen Schleier sehe ich moosbedeckte Gestalten aus dem Dickicht hervortreten. Wie viele? Zu viele! Bei 20 höre ich auf zu zählen. Sie halten kurze Bögen in ihren klauenartigen Händen und sehen mich aus kalten gelben Echsenaugen grimmig an. Bösartig knarrt das gebogene Holz, bereit, die gespeicherte Kraft auf mich zu schleudern. „Du wirst aussehen wie ein Hackepeter-Igel, alter Mann“, sagt die Stimme. Lachend lasse ich die Axt fallen und hebe drohend mein Schwert …</p>
<p>Solche Geschichten habe ich schon als Junge geliebt und unzählige Male in unseren heimischen Wäldern nachgespielt. Heute, als Old Man, träume ich mich gerne in diese Fantasy- Welten zurück. So geschehen beim zweiten Hellboy-Film „Die goldene Armee“ mit Ron Perlmann, der den Hellboy nicht spielt – nein, er IST der Hellboy. DIE Rolle für ihn. Interessant an Hellboy 2 das Wiedersehen mit dem Volk der Elben, bekannt aus der „Herr der Ringe“ Trilogie. Auch schön anzuschauen: „Krabat“, ein Film aus unseren Gefilden, der mich in Stimmung und Machart an solche Klassiker wie „Das kalte Herz“ erinnert hat. Dunkel und düster und angenehm handgemacht. Bitte mehr davon.</p>
<p>Also dann, streift mal wieder durch die uns umgebenen Wälder, lasst den Jungen in euch (oder das Mädchen) zurückkommen und spürt die Magie aus alten Zeiten … Doch seid auf der Hut! Hört ihr ein hubschrauberartiges Geräusch im Unterholz, werft euch zu Boden – es könnte mein entglittenes Schwert sein …</p>
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		<title>Bilder im Kopf und Angst in der Hose</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Mar 2009 07:18:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matze</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Meine schweißnassen Hände krallen sich in den Stoff meiner Jeans. Das Herz schlägt mir bis zum Hals. Puls 120, würd’ ich mal schätzen. Die Augen geschlossen, spüre ich, wie mein Körper nach links schwingt, dann mit einer leichten Pendelbewegung zurück, um plötzlich gefühlte 500 Meter ins Bodenlose zu stürzen. Mein Magen hebt sich bedrohlich in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-1488 alignleft" src="http://www.maulbeerblatt.com/wp-content/2009/03/matze_dvdip_marz-1.gif" alt="" width="200" height="252" />Meine schweißnassen Hände krallen sich in den Stoff meiner Jeans. Das Herz schlägt mir bis zum Hals. Puls 120, würd’ ich mal schätzen. Die Augen geschlossen, spüre ich, wie mein Körper nach links schwingt, dann mit einer leichten Pendelbewegung zurück, um plötzlich gefühlte 500 Meter ins Bodenlose zu stürzen. Mein Magen hebt sich bedrohlich in Richtung Speiseröhre. In den Ohren wird das dumpfe Dröhnen, das mich umgibt, noch etwas dumpfer. Ich schlucke etwas Spucke hinunter und kann wieder besser hören. Unter das gleichmäßige Dröhnen mischt sich ein vorher nicht zu hörendes schrilles Pfeifen. Hätt’ ich doch bloß nicht geschluckt! Das Pfeifen verstummt so abrupt, wie es kam, dafür wird aus dem Dröhnen ein lautes, unangenehmes Brummen. Außerdem beginnt alles um mich herum zu vibrieren. Unter meinen Füßen poltert es gewaltig und mit einem Ruck werde ich nach vorn gerissen. Wieder falle ich, wieder hebt sich mein Magen und wieder schlucke ich. <span id="more-1431"></span></p>
<p>Das ungenehme Brummen geht in erschreckendes Fauchen über, ich werde nach hinten und unten gedrückt. Ich bemerke das Pendeln – nein, diesmal ist es mehr ein Verdrehen. Ein mieses Gefühl. Vielleicht wird es durch meine geschlossenen Augen verstärkt, denke ich und öffne sie. Etwas Schwarzes, eingerahmt von etwas Gelbgrünem rast an mir vorbei, verschwindet kurz, taucht wieder auf, je nach Pendelbewegung. Schnell schließe ich meine Augen wieder, dann lieber nur fühlen. Ich schlage irgendwo hart auf und springe wieder hoch, dann noch ein harter Aufschlag. Ohrenbetäubendes Dröhnen, Pfeifen, Fauchen. Alles vibriert, schaukelt, schwingt, schleudert. Ich reiße die Augen auf. Mein Körper wird nach vorn gepresst und ich sehe schwarzen Asphalt und gelbgrünes Gras an mir vorbeiziehen. Alles beruhigt sich, kein Nach-vorn-Pressen, kein Schleuderschwingen mehr, nur ein angenehmes Rollen. Ich wische meine schweißnassen Hände an meiner Hose ab und wecke meine Frau: „Hi, meine Blume, wir sind gerade in Miami gelandet – war gar nicht so schlimm.&#8221; Schluck. Oh Mann, warum tue ich mir das immer wieder an?!</p>
<p>Ein paar Tage später befinde ich mich an einem Ort Namens Gainsville, sitze in einem Kanu und werde von der Strömung eines kristallklaren Flusses mitgerissen. Kein Mensch weit und breit zu sehen, nur undurchdringliches Pflanzengewirr. Über der Wasseroberfläche hängen oberschenkeldicke Äste und versuchen mich am Kopf zu erwischen – teilweise mit Erfolg (bye bye Lederhut). Auf ihnen sitzen, Sonne tankend,hämisch grinsende Schnappschildkröten (eine jetzt mit Hut). Ab und zu verschwindet etwas mit einer peitschenden Bewegung unter der Wasseroberfläche, zu schnell für mein unbeschattetes Auge (mit Hut wär das nicht passiert). Jetzt bloß nicht umkippen, denke ich und mir fällt dieser gemeine Film mit dem riesigen Krokodil ein (Filmwissen kann manchmal ein Fluch sein). Ich nehme mein Paddel aus dem Wasser und lasse mich treiben. Mitten im Fluss, auf seerosenartigen Pflanzen stehend, beäugt mich neugierig ein hirschartiges Tier. Es muss spezielle Hufe haben, so dass es nicht versinkt (hab ich in irgendeinem Tierfilm mal gesehen – Filmwissen kann auch hilfreich sein). Wir blicken uns an und staunen – schwimmender Mann ohne Hut und schwebender Hirsch eingerahmt von grandioser Wildnis.</p>
<p>Diese Bilder und Erlebnisse sind es, die mich immer wieder meine Flugangst überwinden lassen. Später, zu Hause, wenn der Alltag mal nicht so erquickend ist, denke ich an diese Momente zurück und ein wohliges warmes Gefühl hüllt mich ein und ein Lächeln umspielt meine Lippen (oder grinse ich schon?). Dann greife ich gern zu einem Film mit ähnlichen Bildern. Und wie es der Zufall will, hab ich genau so etwas in den Filmneuerscheinungen entdeckt: „Far North“. Gigantische Eiswüsten, riesige Gletscher, gnadenlose Natur und Menschen, die durch diese Natur geformt wurden. Grausam schön Michelle Yeoh als Eskimofrau und hilflos verloren Sean Bean als desertierter russischer Soldat. Auch schön tragisch und ebenso verloren Edward Norton als britischer Bakteriologe und Naomi Watts als seine untreue Ehefrau in „Der bunte Schleier“. Vor der atemberaubenden Schönheit der chinesischen Provincen des Jahres 1925 kämpft die verarmte Landbevölkerung gegen die Cholera ums Überleben. Großes Kino. Immer wieder schön sind natürlich auch Filme wie „Jenseits von Afrika“ oder „1429 – Die Eroberung des Paradieses“.</p>
<p>So bin ich denn froh, mit all den schönen Bildern im Kopf wieder zu Hause zu sein und festen Boden unter meinen Füßen zu haben. Und solltet ihr nach einem lustigen Flug jemanden eine zerrissene Hose hinter sich herziehend die Gangway hinabsprinten sehen: Das könnte ich sein.</p>
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		<title>Letzte Nacht eines Jokers</title>
		<link>http://www.maulbeerblatt.com/2009/02/letzte-nacht-eines-jokers/</link>
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		<pubDate>Thu, 19 Feb 2009 09:18:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matze</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Klopf. Klopf. Hi, ich hoffe, ich störe nicht. Nein? Na dann. Ich habe das Hotelzimmer neben Ihnen und hörte das Husten und Niesen, und da es mich auch voll erwischt hat, kam mir der Gedanke, vielleicht überstehn wir die Nacht gemeinsam besser. Ist das o.k. für sie? Perfekt. Ich heiße übrigens Mathias. Alles klar, dann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-1094 alignleft" src="http://www.maulbeerblatt.com/wp-content/2009/01/matze_dvdip_feb09.jpg" alt="" width="200" height="303" />Klopf. Klopf. Hi, ich hoffe, ich störe nicht. Nein? Na dann. Ich habe das Hotelzimmer neben Ihnen und hörte das Husten und Niesen, und da es mich auch voll erwischt hat, kam mir der Gedanke, vielleicht überstehn wir die Nacht gemeinsam besser. Ist das o.k. für sie? Perfekt. Ich heiße übrigens Mathias. Alles klar, dann auf unsere Gesundheit, Heath.</p>
<p>Apropos, du hast ja eine gesunde Sammlung an Pillen und Säften dabei. Was dagegen, wenn ich etwas davon probiere? Vielleicht eine von den glibbrigen Grünen hier? Danke. Sind gut gegen das lästige Kratzen im Hals? Na dann, rein damit. So eine Erkältung zieht einen ganz schön runter. Ach, du bist sowieso schon ganz unten? Deine Frau hat dich verlassen, samt Kind. Ja, ich hörte davon. Das wird schon wieder, braucht seine Zeit.</p>
<p><span id="more-1092"></span></p>
<p>Apropos, brauchst du alle von diesen gräulichen Gelben hier? Am besten mit Whisky? Na dann, runter damit. Und sonst so? Ah ja, dein neuer Film ist fast fertig. Ich las davon. Mach du dich nicht fertig wegen dem Lächeln. So lächeln wie Jack kann niemand – Jack ist dieses Lächeln. Mach einfach dein Ding und alles wird gut. Apropos, so richtig gut sehen die rundlichen Roten hier aus. Die machen, dass man sich gut fühlt? Aha, deswegen sehen die auch so gut aus. Na dann, her damit. Ganz schön dunkel hier bei dir und irgendwie saukalt. Lass uns zu mir rüber gehen, da ist es gemütlich warm und angenehm hell. Nein, nicht das Brokeback Mountain Ding. Wir trinken einen guten Wein und sehen einen von diesen grandiosen Bogart-Filmen an. Nein? Du magst es kalt und dunkel? O.k., deine Entscheidung. Apropos, ich habe mich gerade entschieden, etwas von dieser tintenartigen Tinktur zu versuchen. Schmeckt furchtbar, aber macht das Leben leichter? Na dann, hau wech das Zeuch. Schluck, würg, keuch. Verdammt, du hast Recht, furchtbar ist noch untertrieben. Eklig trifft es eher. Dich ekelt sowieso alles an? So schlimm wird’s schon nicht sein. Du darfst das alles nicht so eng sehen. Apropos, irgendwie sehe ich nicht mehr so gut, meine Hände spür ich auch nicht mehr und meine Zunge wird schwer wie Blei … ich glaube, ich geh mal lieber wieder rüber … so lange ich noch gehen kann, … also dann, Mann, lass dich nicht ärgern, genieß lieber deine Zeit, du weißt ja, das Leben ist kurz … und noch ein Tipp, nimm nicht zu viel von deinem Zeug da ein, ich habe das Gefühl, das ist gar nicht gut … Na dann …</p>
<p>Was genau in Heath Ledgers letzter Nacht passiert ist, werden wir wohl nie genau erfahren. Wie sie ausging, ist bekannt und schade. Ich jedenfalls mochte sein Spiel und hätte gern mehr von ihm gesehen. So bleibt uns nur, ihn auf DVD und Blue Ray weiterleben zu lassen, z. B in: „The Dark Knight&#8221; (seinem letzten Film), „Candy&#8221; (er spielt einen Junkie!), „Dogtown Boys&#8221; (als cooler Verkäufer), „Brokeback Mountain&#8221; (als schwuler Cowboy), „Gesetzlos&#8221; (als Ned Kelly – auf den das höchste Kopfgeld der damaligen Zeit ausgesetzt war), „Die vier Federn&#8221; (ein Remake des legendären Klassikers), „Ritter aus Leidenschaft&#8221; (ein rockiges Ritterspektakel) und „Two Hands&#8221;, in dem er mir zum ersten Mal auffiel.</p>
<p>So verabschiede mich hiermit von Heath Ledger und auch von euch (aber nur für diese Ausgabe, wie ich hoffe). Und falls ihr auch mal wieder verschnupft seid, es muss ja nicht immer sofort die große chemische Keule sein, denkt an Heath und redet mal mit euren Großeltern. Apropos: Mit jemandem reden, dem man nicht gleichgültig ist, kann die beste Medizin sein … Das Leben ist zu kurz, und noch ist genug Luft da.</p>
<p>Also dann, bleibt/werdet gesund und schaut mal rein, euer Mathias.</p>
<p>M+M Videothek Bölschestraße</p>
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