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	<title>Maulbeerblatt &#187; Jacob Kalliebe</title>
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	<description>Das Kulturmagazin für den Berliner Südosten – aus dem Hause elf62.net</description>
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		<title>Ilios</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Aug 2009 09:00:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jacob Kalliebe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erlebnis Gastronomie]]></category>

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		<description><![CDATA[Taverna Ilios Mein Weib, die schönste aller, völlig wahnsinnig. Lehnt doch ernsthaft eine Ouzo-Begrüßung ab? Und das bei knallender Sonne! Auf dem Hof. Sonne, ich hasse Sonne. Sonne, Sonne, Sonne. Langweilig. Wie Essen in deutschen griechischen Restaurants. Kitsch. Deko. Hätte mir alles so schön saufen können. Auf Kosten der Großfamilie, natürlich. Mannmannmann, sitze in der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Taverna Ilios</strong></em></p>
<p><em>Mein Weib, die schönste aller, völlig wahnsinnig. Lehnt doch ernsthaft eine Ouzo-Begrüßung ab? Und das bei knallender Sonne! Auf dem Hof.</em></p>
<p>Sonne, ich hasse Sonne. Sonne, Sonne, Sonne. Langweilig. Wie Essen in deutschen griechischen Restaurants. Kitsch. Deko. Hätte mir alles so schön saufen können. Auf Kosten der Großfamilie, natürlich. Mannmannmann, sitze in der Sonne und hasse es. Achilles weg. Kenne niemanden. Die Karte ist voll, voll vom Typischen. Weiß eigentlich jemand von euch Drecksäcken, was typisch ist? Bei Stassi, am Meer, bei Costas auf der Klippe! Griechisch. Da muss ich zu Oma in die Küche. Die verstehen nichts. Ich verstehe nichts. Die kennen nicht mal das Zeug, was hier auf der Karte ist. Oder nennen es einfach anders. Aus Prinzip schon. Guerilla- Kämpfe ums Essen. Um Köstlichkeit. Ums Leben in kulinarischer Vollendung. Und hier? Nur bestellen. Taverna Ilios. Wenn Ilios nicht gleich kommt, dann … Stelle fest: Ilios ist da. Ganze Zeit schon. Brennt von oben, unbarmherzig, dafür kommt Obergrieche, barmherzig. Plaudert von seiner Oma. Frage, ob ich bei Oma in den Topf schauen darf. Verneint. Oma nicht da. Oma in Griechenland. Steht nur in der Karte. Langweilig. Ober plaudert weiter. Vernehme etwas vom Oktopus, aus Karte. Wieder Oma. <span id="more-2134"></span></p>
<p>Bester in Berlin. Aha! Nun hab ich ihn. Freue mich, nun kann ich nörgeln; Mann, kann ich Von Jacob Kalliebe *ilios = Sonne nörgeln! Das Zeug nehm ich. Grieche ahnungslos. In Fahrt. Plaudert immer noch. Bestelle mittlerweile alle Mezes von der Karte. Obergrieche freut sich über mein Griechisch. Dass ich nicht lache. Komme damit normalerweise nicht mal an Essen ran, in Griechenland. Hält mich wohl für total naiv. Das wird abgerechnet. Ober oder Grieche nun völlig glücklich! Schwärmt von so ner Makrele, nicht in der Karte. Wieder Oma. Nun hat er mich. Am Haken. Bin verloren. Wenn das Zeug gut ist. Ausgenörgelt. Aber wenn das Zeug nicht gut ist. Dann Krieg! Gegen die Helenen. Griechenober will noch mal Ouzo loswerden. Aber nun nicht mit mir. Frage nach Zipero. Bekomme wissendes Lächeln! Dann Zipero. Und was für einen Zipero. Den besten. Seit Volos. Hier in Germanien. Ilios sein Dank. Phantastisch. Mein Hirn fängt an zu schwimmen. Langsam wird’s griechisch. Könnte Urlaub sein. Nun darf er plaudern. Versuche bei seinen Mädels einen Kaffe zu bekommen, süß, heiß, griechisch! Scheitere. Obergrieche versucht es selber. Wunderbar. Wieder Oma schuld. Beginne nun doch, mich aufs Essen freuen zu müssen.</p>
<p>Mezes kommen, Tisch zu klein. Teller zu groß. Lecker ist’s, normal. Typisch griechisch in deutsch, einiges selbst gemacht, herrlich.</p>
<p>Oktopus kommt. Gegrillt. Heiß. Auf Ruccola. Na gut. Merke, bin nicht bei Oma Griechenland. Sonst lecker. Aber wirklich. So was von lecker. Worte schwinden. Sitzen, mein Weib, die Wunderbare, und ich. Schmatzen.</p>
<p>Makrele kommt. Gegrillt. Kalt. Mariniert. Im Ganzen. Mein Weib, die liebste aller, lehnt ab. Wegen Gräten! Hurra! Haue rein, allein! Hurra auf des Griechen Oma. Gräten, so fein, kann man mitessen. Fühle mich zu Hause, griechisch. Tisch läuft über. Essen. Zipero. Griechen. Alles da. Musste um mein Essen kämpfen! Aber das Zeug, was nicht in der Karte steht, muss ich haben. Nun? Gewonnen! Ohne Krieg. „Ist es nicht zu viel, hat es nicht gereicht.“ (griech. Sprichwort) Es war zu viel. Viel zu lecker!</p>
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		<title>Das schärfste Restaurant Berlins</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Apr 2009 06:37:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jacob Kalliebe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erlebnis Gastronomie]]></category>

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		<description><![CDATA[es para volverse loco Nörgeln ist toll. Ich nörgle immer. Man bin ich am Nörgeln. Soll’n doch die anderen erzählen, wie toll das überall ist. Ich nicht! Stehe im Gastrodreck. Höre es immer nur über mich. Immer wieder das zu große Steak, was zu klein ist und doch lieber schön medium gebraten sein sollte, eben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-1652" src="http://www.maulbeerblatt.com/wp-content/2009/04/chili.jpg" alt="" width="460" height="240" /></p>
<p><strong>es para volverse loco</strong></p>
<p>Nörgeln ist toll. Ich nörgle immer. Man bin ich am Nörgeln. Soll’n doch die anderen erzählen, wie toll das überall ist. Ich nicht! Stehe im Gastrodreck. Höre es immer nur über mich. Immer wieder das zu große Steak, was zu klein ist und doch lieber schön medium gebraten sein sollte, eben richtig durch. Die andern soll’n auch leiden. Komme gerade aus dem Urlaub, und schon geht der Pöbel mir wieder auf den Sack. Das kann ich auch selber. Überall die dämlichen Plakate, el loco ¡me vuelvo loco! Das ist mir aber eine Einladung! Denen werd ich‘s zeigen, Spanisch werd ich die lehren. Skeptisch, man bin ich skeptisch. Schleiche rein. Mission: unentdeckt spionieren. Gescheitert. Werde sofort begrüßt. Mit Lächeln. Ein Koch, das hilft. So einer, immer unfreundlich. Zicke! Der grüßt niemals! Er grüßt. Mist. Ein Glück, das Lokal ist leer. Da kann ich aber nörgeln. <span id="more-1607"></span></p>
<p>Setzte mich ins Fenster. Mein Weib, die Göttliche, wollte nicht her. Das letzte Tex-Mex- Desaster, damals von unseren Helden des Weltwurstblattes gewünscht, sitzt tief. Begreift die denn gar nichts? Gehe hier zum Nörgeln rein, hat sie doch so zu Hause Ruhe. Nun suchen. Tischdeckchen als Speisekarte, wunderbar. Abwaschbar. Na ganz toll. Tradition aus dem letzten Jahrtausend. Das schärfste Restaurant der Welt. ¡es para volverse loco! Wenn die jetzt Tabasco bringen! Superlative! Gleich hab ich die. Offener Kochtresen, Paradies für Nörgler. Doch die Jungs sind gut. Tarnen sich. Alles sauber! Getürkt! Niemals kochen die hier. Bestelle Burger. Ich liebe Burger. Leider – der große ist nur klein: 180 Gramm. Küchenbulle legt was auf den Grill. Sehe nichts. Sitze zu tief. Sehe was anderes. Entsetzlich. Es ist furchtbar. Grauenhaft. Meine Herzensschöne lächelt noch. Ahnt nicht, was ihr zu Hause blüht. Der Mensch mit Kochjacke nimmt eine Pfanne. Eine richtige Pfanne! Eine, die er zu benutzen weiß. Offensichtlich! Mir stockt der Atem. Gibt Teig in die Pfanne. Richtigen Teig! Macht Maispfannkuchen. Er! Höchstselbst. Habe verloren. Habe das falsche Essen bestellt. Kann unmöglich nörgeln. Werde zu Hause mein Weib vollnörgeln müssen.</p>
<p>Schaue mich hilfesuchend um. Bis auf ein paar Hüte sieht es gar nicht kitschig mexikanisch aus. Der Kellner ist wirklich freundlich. Was soll ich nun noch nörgeln? Sehe noch andere Gäste, die haben Spaß! Beim Essen! Jubeln beim Hantieren mit kleinen Soßenflaschen. Und ICH? Mein Burger kommt. Wirklich nicht groß, aber sehr sehr lecker. Scharf. Zumindest etwas. Bekomme auch Holzkasten mit Soßen. Nummer 1-10. Sollen scharf sein. Probiere die ersten drei. Burger wird noch leckerer. Das Zeug schmeckt nicht nur scharf. Auszuhalten. Lese von Meisterschafen. Das ist was für mich. Da könnt ich noch nörgeln gehen. Mann, würd’ ich gern noch nörgeln – über die Flaschen, den Burger, die Bilder. Aber die Schärfe schafft Frieden. Mein Weib, die schönste aller, verweigert immer noch Essen. Ich strahle. Endlich ein Essen, für mich alleine! Komme wieder! Später nimmt sie dann doch noch Quark. Lecker, extrem. Ok, wir hatten beide was. Nur nichts zum Nörgeln! Na ja, hab mein Weib dabei. Frisur, Klamotten, Fahrstil …</p>
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		<title>Lauf, Kalli, lauf</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Feb 2009 10:43:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jacob Kalliebe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erlebnis Gastronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Turnbeutel]]></category>

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		<description><![CDATA[Kein Telefon. Start am Bräustübl, lecker Essen, toller Service, unterhaltsame Unterhaltung. Was mach ich? Laufen! Na toll, sollte lieber nen Rotkehlchen trinken. Mannmannmann, bin außer Atem. Muss wohl noch in Fahrt kommen? Die Meter schwinden unter meinen Füßen, sehe in der Ferne die Weiße Villa. Nehme alle Kraft zusammen, bloß schnell vorbei, keine Schwäche zeigen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kein Telefon. Start am Bräustübl, lecker Essen, toller Service, unterhaltsame Unterhaltung. Was mach ich? Laufen! Na toll, sollte lieber nen Rotkehlchen trinken. Mannmannmann, bin außer Atem. Muss wohl noch in Fahrt kommen? Die Meter schwinden unter meinen Füßen, sehe in der Ferne die Weiße Villa. Nehme alle Kraft zusammen, bloß schnell vorbei, keine Schwäche zeigen, nicht dass ich aus Versehen da lande. Glück gehabt, hab’s geschafft. Genieße  den Müggelpark, versuche die traurige Ruine und den zerwürfelten Biergarten zu ignoriern. Sehe mir lieber die Ulmen an. Baustelle am Steg, was wird das denn? Wohl jemand gestrandet? Ab durch den Tunnel. Im Grünen, endlich.</p>
<p><span id="more-1107"></span></p>
<p>Duftende Wiese. Voll mit Kindern und Erholung Suchenden. Jajaja, Kinderlachen ist gesund, nicht nur für die Kleinen, auch für unsere verklebten Gehörgänge, mal den Denkapparat frei blasen lassen von so einem süßen Gegluckse. Tag gerettet. Tanke Kraft, jetzt aber los. Spaziergänger überholen mich. Die kriege ich.</p>
<p>Na gut, hatte sie fast, haben sich gesetzt. Rübezahl. Also überholt. Biergarten, leer, riesen Zelt, lieblos. Stolpere beim Grübeln. So eine blöde Ente geht nicht aus dem Weg. Das ist Wegelagerei. Gebe ihr meinen Brotriegel, Ente lässt mich durch. Gut. Toller Blick über denn See, Mann – was für ein See. Urlaub. Ich brauche Urlaub. Ohne Riegel geht’s schneller, Ballast abwerfen und los. Stolpere wieder, Weg zerwachsen. Wurzeln. Hätte nicht zum Hotel rüber sehen sollen. Weiß eigentlich jemand, wie das heißt? Müggelseeperle, das kann ich mir merken auch nach hundert Namenstarnungen. Die Stille von der Seite drückt. Schau doch lieber aufs Wasser. Fühle Leben. See. Urlaub. Mannmannmann, was für ein See. Nu durchs Jrüne. Lauf, lauf, lauf. Kleine Sümpfe, Wasser plätschert, der Eichelhäher warnt. Bin voll in Natur. Bekomme Naturfläsch. Fühle mein Telefonohr. Schmerzen? Die konstante Strahlung fehlt. Wie Urlaub.</p>
<p>Wald, Wasser, Wind. Jungejunge. Nun muss es mir aber gut gehen. Fühle Kraft. Gut, meine Beine merken nichts davon, sind ja zum Arbeiten dabei, nicht zum Spaß. Neu Helgoland irgendwo links, tolles Programm, super Blick aufs Wasser, sonst nichts. Kleiner Müggelsee, Wald und Luft, Luft, Luft. Wundere mich. Ist so ruhig. Allseitig. Luft. Schnaufe Luft in vollen Zügen. Vor mir eine alte Dame. Springt vom Rad. Panisches Umdrehen. Luft! Kriege kaum Luft. Bin laut beim Atmen. Versuche ruhiger und leiser zu atmen. Ok, höre nun wieder das rauschende Beben des Waldes. Natur. Luft.</p>
<p>Nu aber schnell nach Hause. Muss wieder telefonieren. Rüber über die Russenbrücke. Rechts, links, rechts. Fürstenwalder Damm. Höre mein Energie-Getränk schon rufen. Noch ein paar Minuten.  O.k. Viereinhalbdutzend Minuten.</p>
<p>Das schaffe ich! Straße, Kneipe, Schule, Tankstelle. Wasser! Ich brauche Wasser. Gehe rein, kaufe Wasser. Freundliches Mädel, erträgt meinen beißenden Schweiß mit wunderbarem Lächeln. Nur nicht so stolpernd vom Hof laufen. Wäre peinlich. Brust raus, Kopf hoch. Körper leicht gebeugt. Nach vorn. Laufen ist kontrolliertes Fallen. Verliere die Kontrolle.</p>
<p>Aufstehen, lächeln, weiter. Gerch. Wunderbar. Kuchen. Überlege, ob mein angefressenes siebtes Stück noch da ist. Vielleicht auf einem güldenen Teller. Als Mahnung. Zuckermahnung und Gedenken an Kuchenschlacht. Vorbei. Muss nach Hause. Mein Weib, die Wunderbare, wartet. Mit Kohlenhydraten. Habe gesagt, bin in zwei Stunden wieder da. Sie hat gesagt, es gibt Nudeln.</p>
<p>Unter zwei Stunden zum Essen, über zwei als Holz.</p>
<p>Am Strandbad ist der Hitzepegel auf Hypertonie. Überlege, ob ich zur Abkühlung nach Fh schwimme. Leider das Tor mal wieder verschlossen. Schade. Na gut, so komme ich wenigstens pünktlich.</p>
<p>Jugendcamp, Institut für Gewässerökologie, historisches Wasserwerk. Nun rein nach 1162. Das Alte Hotel. Habe Tränen in die Augen. Kleinodien als Stiefkinder, Köpenick als Weltmeister im Ignorieren. Zieleinlauf in mein Zentrum der Welt. Die Häuser, die Straße, Fh, wunderbar.</p>
<p>Sehe endlich das Bräu. Brauche mein Energiegetränk. Überlege. Berliner Weiße der Bürgerbräu oder das Schlanke Bier vom Ökowellness-Zentrum. Nehme diesmal die Weiße. Wunderbar erfrischend, wichtig: ohne Sirup. Genuss pur. Zum Mitnehmen. Endspurt. Nach Hause. Nudeln duften. Nehme meine Göttin am Küchenschrank in den Arm. Lege Nudelholz vorsichtig zur Seite. Telefon klingelt …</p>
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		<title>Zurück in die Zukunft</title>
		<link>http://www.maulbeerblatt.com/2009/01/zuruck-in-die-zukunft/</link>
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		<pubDate>Fri, 23 Jan 2009 08:52:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jacob Kalliebe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erlebnis Gastronomie]]></category>

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		<description><![CDATA[Café Bar der 50er Gott zum Gruße! Brülle etwas zu laut, toller Tag heute. Den letzten Noro-Virus dieser Erde überlebt. Brauche Kaffee!Die Hände zittern. Ein flüchtiger Blick würde geschwollene Hände sehen. Gehe irgendwie anders durch die Welt. Liegt möglicherweise am Gips. Wirklich toller Tag heute. Gips ist nämlich ab. Kann mich zwar immer noch nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-1026" src="http://www.maulbeerblatt.com/wp-content/2009/01/50erweb.jpg" alt="" width="459" height="310" /></p>
<p><strong>Café Bar der 50er</strong></p>
<p>Gott zum Gruße! Brülle etwas zu laut, toller Tag heute. Den letzten Noro-Virus dieser Erde überlebt. Brauche Kaffee!Die Hände zittern. Ein flüchtiger Blick würde geschwollene Hände sehen. Gehe irgendwie anders durch die Welt. Liegt möglicherweise am Gips.  Wirklich toller Tag heute. Gips ist nämlich ab. Kann mich zwar immer noch nicht bewegen, aber für ’nen Kaffee reicht’s.</p>
<p><span id="more-1024"></span></p>
<p>Schleiche über die Bölsche. Schön zur Seite schauen, in die Fenster! Bloß niemand ansehen. Ruhe. Das Dauergrinsen der grüßenden FHler, heute nicht auszuhalten. Ein Hinterhof, das ist es. „Cafe im Stil der 50er Jahre“. Was ein Name. Ist ja noch blöder als Panda Coffee, nur eben länger.  Unwahrscheinlicher toller Tag heute, besteige strahlend die gelbblaue Oase. Etwas überschwänglich. Brülle Hallo. Bin ja eh allein. Wird schon niemanden stören, lärm’ ich halt. Zweites Hallo, nicht ganz so laut, noch eins fragend. Hinsetzen, abwarten. Nierentischchen, Ledersofachen, es ist wunderbar freundlich. Nehme das letzte Maulbeerblatt zum Lesen. War kurz mal im Urlaub, fliegt gleich mein Artikel raus. Beleidigte Lebersäcke. Würden wohl auch gern in Urlaub. Soll’n se halt ordentlich arbeiten. Na ja, dann eben das andere Zeug. Dritter Artikel, schrecke auf.</p>
<p>Strahlendes Hallo und das freundlichste Lächeln von der schönsten Kellnerin reißen mich aus dem Lesetrott. Bin verdattert. Bestelle Tee. Gewohnheit der letzten 14 Tage. Erst nach dem: Gern, kommt sofort! fällt mir ein: Kaffee!!!! Kein Problem, kommt sofort.  Bin fertig mit dem Cafe. Wann soll ich denn jetzt über die lange Wartezeit nörgeln?  Mein Weib, die wunderbarste aller, kommt. Endlich. Frühstücken. Ruhe. Allein. Ok, nicht hier. Jetzt kommen alle, die Teenies. Von 1954. Schluss mit Ruhe. Die Kleine läuft, freundlich. Erfüllt alle Wünsche. Frühstück macht sie. Liebevoll. Signal Hunger: sie, ab in die Küche, weg. Denke an Verantwortung. Was wenn ich Toast Hawaii bestelle, schwupps sie ist weg, auf zur Insel. Sie im Flieger wir, die anderen auf dem Trockenen. Hungernd. Frage lieber nach Baguettes. Sind handgemacht. Darf mir wünschen was ich will. Wunderbar. Mein Weib, die schönste aller, nur Frühstück. Das geht so nicht. Ich brauche Extras. Bestelle Toast Hawaii. Und Baguette, speziell belegt. Und Kaffee. Und Wasser. Und Apfelschorle, für mein Weib, die Göttliche.</p>
<p>Keine Tomaten, nicht auf dem Baguette, nicht auf dem Toast, nicht auf meinem Teller. Strahlend wie ein Stern nimmt sie die Bestellung entgegen. Gern! Schwupp, weg. In die Küche. Kaffee kommt. Später. Apfelschorle …  Schaue umher. Alle reden. Miteinander! Phantastisch. Selten so viele Kids gesehen. Kinder der 50er. Noch im Kaffee sitzend und redend. Ein paar Händchen haltend. Traumhaft lächelnd harren sie geduldig. Strahlen. Zeit. Spielt keine Rolle. Bin entzückt. Konzentriere mich, mich nicht auf Zeit zu konzentrieren. Frühstück kommt. Frage nach meinem Wasser. Vergessen, aber das sagt sie so ’was von liebevoll strahlend, dass ich mich jetzt richtig auf mein Wasser freue. Nebenan gibt’s Wiener. Dekoriert als ging es um den Maulbeerpreis. Wasser kommt. Mit Zitrone. Naja, manche Sachen werden wir wohl nie abstellen im SüdOSTEN. Baguette kommt. Wunderherrlich gebacken und belegt. Köstlich. Keine Tomaten. Toll. Wartezeit? Egal. Kann ja reden, flirten, lesen, schauen, hab ja meine Herzensschöne zum Händchenhalten. Die Einrichtung ist herrlich gelb, das blaue Leder der Stühle, die Details der 50er. Ständer, Bilder, Vasen Bücher. Zurück in der Zukunft, oder doch nur heute in der Vergangenheit? Schnatter mit meiner Göttin. Toast Hawaii? Zeit? Unwichtig. Gut, wusste ja nicht, dass wirklich jemand nach Hawaii fliegt. Tara, das Toast. Strahlend stolz vom Servierengel vor mir platziert. Und das Beste: Die Dinger schmecken einfach. Viel besser. Mit Zeit. Lange nicht mehr so in einem Caffee gesessen, die Zeit: weg und doch viel wirklicher. Sollte viel öfter reisen, nicht in die Welt, sondern in die Zeit.  Komme sicher zurück, zurück in die Zukunft der 50er des jetzigen Caffees.</p>
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		<title>Gestrandet</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Sep 2008 07:19:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jacob Kalliebe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erlebnis Gastronomie]]></category>

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		<description><![CDATA[Nun hab ich zwei von den Weibern. Wirklich entzückend. Zwei von der Sorte „Ich weiß genau was ich will, aber das find mal schön alleine raus“, zwei von den „Versuchst Du wieder kreativ zu sein? Denk doch mal nach!“-Weibern. Und? Nun. Hole die eine ab. Gut gelaunt. Hab Freikarten. Kindergarten, lauter Wahnsinnige, eine brüllt: „PAPA, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nun hab ich zwei von den Weibern. Wirklich entzückend. Zwei von der Sorte „Ich weiß genau was ich will, aber das find mal schön alleine raus“, zwei von den „Versuchst Du wieder kreativ zu sein? Denk doch mal nach!“-Weibern. Und? Nun. Hole die eine ab. Gut gelaunt. Hab Freikarten. Kindergarten, lauter Wahnsinnige, eine brüllt: „PAPA, hallo Papa, ich hihier …“ Intelligentes Kind. Toll. Blinzel verführerisch. „Hi Grashüpferchen, wollen wir heute in den Tierpark gehen? Ja?“ „Nein.“ ?? Noch mal. „Mäuschen Tierpa …“ „Nein, S’and!“ Nehme gesamte Konzentration zusammen. Versuch drei: „Tierp…“ „Ne, S’and“ Gebe nach etlichen komplizierten Buchstabenumstellungsalgorithmen mit wissenschaftlicher Lautanalyse auf. Keine positiven Zeichen aus oben genannter Phonetik herstellbar. Geduldig weiter: „Engelchen, wollen wir zu den grooßen <span id="more-568"></span>Löwen, groarrrr.“ „Neihein, S’ahand.“ Mein bestes Löwengebrüll, ein Katzenjammer. Muss zugeben, auch ein spontan zugeführter Vollrausch hülfe nicht, sich diese Wahrheit zu schönen. Weiß natürlich lange, was die kleine Terroristin will. Wollte wieder kreativ sein. Hab wieder nicht nachgedacht. „Willst Du runter zum Strand?“ „Jab“. „Zu den Enten?“ „Jab.“ „Aber Enten gibt’s doch auch im Tie …“ „Neeee!“ Gebe auf. Kommen an. Blauer Wagen. „Da ’Wogel“ „Ja, mein Engel, da ein Vogel, ein Reiher, wie im Ti …“ „Neeee.“ Erstmal hallo sagen. Hoffe, bin noch zu sehen, so vom Neid zerfressen. Der Hirnstamm arbeitet auf Sabotagekurs. Wenn ich die Vollpfosten kriege. Haben die überhaupt gedacht? Urlaub am Müggelsee? Wollen wohl auch noch freundlich sein? „Na, Kleine“, höre ich es flöten, „Apfelschorle wie immer mit großem Strohhalm?“ „Ja bitte bitte bitte“ Schaue runter. Reibe meine Augen. „Wo ist denn deine Mama heute?“ „Jaa, Mama hin? Mama weg! T’inken bitte, bitte!“ Versuche, mit hektisch wackelnden Bewegungen im Ohr das Gehörte zu verarbeiten, scheitern. Es bleibt. Mein Balg, die süßeste aller! Höflich? Habe wohl was gründlich falsch gemacht. Nun aber Schluss. Zu Kindern freundlich? Sind die denn vollkommen wahnsinnig?! Soll ich hier übernachten? Ich krieg doch den teuflischen Zwerg hier niemals wieder weg. Muss mich hinsetzen. Ist zu viel für mich. Überall Kinder. Ein Glück, gibt aber auch Normale hier. Vermisse den klassischen Trinker. Er lehnt nicht am Wagen. Ist auch viel zu sauber. Das kann man als Bierwagentrinker wirklich nicht dulden. Werde ihn später noch suchen, irgendwo muss er ja sein. Obwohl, ist viel zu gemütlich hier. Vermisse schmerzlich das verwahrloste Stück Steg. Könnt heute so schön im Tierpark mit Freikarten protzen und tolle Enten glotzen. Na wenigsten buddelt das kleine Monster, das niedlichste aller, und versucht niemanden um Brot für die blöden Enten anzubetteln. Hoffe sie saut sich dabei so richtig ein. Kann dann meiner Liebsten, der anderen, zeigen, was passiert, wenn die Gören mit täglichen Ausflügen zu paradiesischen Plätzen gezwungen werden, groß zu werden. Verwöhnte Gören, verwöhnte Weiber. Und nun? Nutze die freie Zeit. Döse, beobachte Radler, Läufer, Leser, Rentner, Skeptiker, Musiker, Liebende. Werde romantisch. Denke an mein Weib, die Liebste aller. Werde sie heute überraschen. Toll kochen, hofft sie seit Monaten drauf. Ach was, seit gefühlten Jahren. Dann noch Kerzen, Badewanne. Mein Hirn röstet vor Kreativität, die Sonne gibt den Rest. Strahle verliebt. Stehe auf, Ärmel hoch und los. Telefon klingelt. Meine Göttin, säuselt. Säusel zurück. Verfluchte Romantik. Lege auf. Versuche das soeben Gehörte zu erfassen. Solle mir keine Sorgen machen. Sie sei noch verabredet. Kollegen. Und nun? Wird spät. Und nun? Könne ja mitkommen. Müsse nur nen Babysitter organisieren. Und nun? Wollen ins „gestrandet“. Ist toll da abends am Lagerfeuer, romantisch. Und nun? Soll mir aber keinen Stress machen …</p>
<p>Weiber! Wirklich entzückend. Und erst der Strand. Brauche wohl nicht mehr kochen.</p>
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