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	<title>Maulbeerblatt &#187; Holger Claassen</title>
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	<description>Das Kulturmagazin für den Berliner Südosten – aus dem Hause elf62.net</description>
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		<title>Lasst uns froh und nie mehr n&#252;chtern sein</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Dec 2011 22:21:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Holger Claassen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kiezspaziergang]]></category>

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		<description><![CDATA[„Weihnachtliches Flair mit spektakulären Erlebnisangeboten“ Sie sind zahlreich. Sie kommen über Nacht. Sie breiten sich aus wie ein Magengeschwür. Sie zehren an der Würde ihrer Umgebung wie ein Aderlass am Wohlbefinden des von der Syphillis geplagten Fürsten und scheinen so unvermeidbar wie ein Hundefurz: die Berliner Weihnachtsmärkte. Natürlich gewachsen aus dem Wintermarkt, bei dem Händler [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>„Weihnachtliches Flair mit spektakulären Erlebnisangeboten“</em><br />
Sie sind zahlreich. Sie kommen über Nacht. Sie breiten sich aus wie ein Magengeschwür. Sie zehren an der Würde ihrer Umgebung wie ein Aderlass am Wohlbefinden des von der Syphillis geplagten Fürsten und scheinen so unvermeidbar wie ein Hundefurz: die Berliner Weihnachtsmärkte. Natürlich gewachsen aus dem Wintermarkt, bei dem Händler schon seit dem 14. Jahrhundert Futter, Pelz und Schnickschnack für die kalte Jahreszeit feil boten, entwickelte sich diese zur Farce entstellte Tradition zum frostigen Dauerbesäufnis mit Karussell, Keks und Riesenrad.</p>
<p><span id="more-5297"></span></p>
<p>Besonders in den letzten Jahren, bei denen die gefühlte Novembertemperatur in Nordeuropa immer um die 25+ lag, Frühlingszwiebeln und Erdbeeren im Supermarkt um die Wette gammeln, der symbolträchtige Tannenbaum der Kokospalme wich, ist die Existenz dieser Institutionen von Massenproduktion und Klimawandel ad absurdum geführt worden.</p>
<p>Doch wie das Säugetier ohne triftigen Grund danach strebt, die Art zu erhalten, continuieren die Stadtväter und ihre Büttel diese Tradition. Als Einnahmequelle für´n paar Extrasteuern vielleicht? In den Buden der Schausteller und fliegenden Händler klingelt der Taler dann auch im Sack und nicht in der Registrierkasse, die Sippe derer spart sich sowieso die Buchführung, Vater Staat würde die Penunse eh nur in den Banken dieser Welt verbrennen. Wäre noch die Möglichkeit, dass damit zum Jahresende die Arbeitslosenquote bereinigt wird&#8230;</p>
<p>Muss alles aber auch immer tieferen Sinn haben?</p>
<p>Warum auch immer, sie sind nun mal da und weil man als Weihnachtshasser mittlerweile Religionsangehöriger ist, rede ich mir den Quatsch schön und mache mich auf den Weg zum Markt der Märkte, der Weihnachtsmarkt am Alexa!</p>
<p>Zwingend erforderlich ist: 1. reichlich Bargeld (notfalls Kreditkarte zum Nachlösen), 2. ein Fass voll Guter Laune, 3. gut gelaunte Freunde mit reichlich Durst und dicke Sachen; nicht auf den Weihnachtsmarkt gehören: Hirn, Hemmung, Overall*.</p>
<p>Dem Herren sei Dank wird es im Winter trotz der Globalisierung schon zeitig dunkel und das Adventserlebnis kann um 16 Uhr starten. Umsteigen am Ostkreuz, da braucht man nicht so viel Bier von zu Haus mitschleppen, es gibt Nachschub am Bahnhofskiosk.</p>
<p>Die Mitreisenden wissen auch schon Bescheid, Kevin, Gordon und Chaleen haben die blinkenden, roten Zipfelmützen auf dem Kopp und flüstern geht auch anders. Lautstark geht die Fahrt weiter, Jannowitzbrücke ist die Vorfreude so groß, daß Kevin die Notbremse ziehen muß. Nachdem die Polizei unsere Personalien aufgenommen hat, verlieren die Fahrscheine ihre Gültigkeit, Feierabendler Klaus Fromm bekommt ob der Verspätung von seiner besseren Hälfte heute kalte Kartoffeln vorgesetzt. So ein Party-Muffel. Meine Freunde und ich gehen die letzten Meter eben zu Fuß. Das Gedränge ist noch mäßig, der erste Glühweinstand zum greifen nahe. 5.80 mit Pfand, mit Schuss einen Euro mehr, lass krachen Chef, what a bargain. Am Schießstand ballert Gordon dem Büdner die Pudelmütze vom rasierten Schädel und kriegt für seinen Einsatz einen Satz warme Ohren. Zwei Becher weiter ziehen wir 4 jeder 5 Nieten und Chaleen bekommt beim Entchen angeln einen Luftballon mit Bambi- Aufdruck, den Roman (haben wir beim 8. Becher kennengelernt) mit Hilfe seiner Jin Ling Zigarette zum Zerbersten überredet.</p>
<p>Eine Runde saftig-fettiger Reibekuchen, ein kühles Blondes zum Nachspülen und wir betreten das erste Fahrgeschäft. Das Ding dreht sich höllenschnell, mein Reibekuchen in Biersoße ebenfalls, die Leute stehen aber schon Schlange und damit ist die Runde schnell beendet und ich steige unbeschadet aus der Kotzmühle. Noch zwei Becher mit Schuss auf ex und dann Riesenrad. Ist ja harmlos, denke ich mit Hinblick auf meinen empfindlichen Magen. Ich schaue dem Wowi durchs Bürofenster und wäre selbst gern der Bürgermeister, da schallt es von unten: „Und nun wieder unsere berühmten Schnellrunden&#8230;“</p>
<p>Auf Zentrifugalkräfte mit bis zu 4G war ich jetzt echt nicht vorbereitet und am Zenit des Riesenrades angelangt drückt der Riesenradler auf den Schnellstop-Knopp, das Riesenrad und mein Magen bleibt stehen, nur sein Inhalt nicht. Da es in der weltbekannten Küstenstadt Berlin wenig Möwen gibt, landet Halbverdautes auf Köpfen und Körpern. Wieder auf dem Boden der Tatsachen angelangt, wartet schon der säuerlich dreinblickende und riechende Feiermob. Kevin, Gordon und Roman zeichnen sich als wahre Freunde aus und wir kämpfen uns &#8211; Vier gegen Tausend &#8211; zum Ausgang durch. Jeder trägt ein paar Blessuren davon, aber was soll´s, das gehört doch dazu. An was ich mich erinnern kann, war ein Riesenspaß.</p>
<p>Und nun siehste wohl, oh, du Fröhliche, Weihnachten kann auch schön sein.</p>
<p>Euer HC</p>
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		<title>XEXEX</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Nov 2011 22:55:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Holger Claassen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Maulbeertipp]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist undenkbar, von XEXEX zu sprechen, ohne Jochen Mannhardt zu erwähnen. Ohne jeden Widerspruch kann man Ihn als Kopf und Motor dieser Köpenicker Hard´n Heavy Band bezeichnen. 1992 gründete J. diese bemerkenswerte Band schon und im Laufe der Jahre kam es natur gemäß häufig zu Umbesetzungen. Seit 2007 gab es mit Uwe Willnow an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium" title="wpid-exexex_fmt.jpeg" src="http://www.maulbeerblatt.com/wp-content/2011/11/wpid-exexex_fmt-460x358.jpg" alt="Xexexe" width="460" height="358" /></p>
<p>Es ist undenkbar, von XEXEX zu sprechen, ohne Jochen Mannhardt zu erwähnen. Ohne jeden Widerspruch kann man Ihn als Kopf und Motor dieser Köpenicker Hard´n Heavy Band bezeichnen. 1992 gründete J. diese bemerkenswerte Band schon und im Laufe der Jahre kam es natur gemäß häufig zu Umbesetzungen. Seit 2007 gab es mit Uwe Willnow an Topf und Deckeln und Sascha Vogel am Tieftonapperat ein vielversprechendes line up, das bis vor kurzem Bestand hatte und weiterhin Bestand hätte, wäre da nicht der deutsche Amtsschimmel, der Sascha so übel mitspielte, daß er die Band verlassen mußte. Der Freundschaft in der Band war so nicht beizukommen. Viele Angebote kamen und wurden wahrgenommen, man spielte Bühnen bei großen Events aber auch bei Straßenfesten wie der Biermeile rockte XEXEX das Publikum.</p>
<p><span id="more-5150"></span></p>
<p>Die drei präsentieren ein metallisches Feuerwerk aus Rock-Klassikern von beispielsweise Neil Young, Uriah Heep und Deep Purple und Metalhymnen von Judas Priest, Manowar und Iron Maiden. XEXEX appelieren mit Ihrer Songauswahl auch an die Nichtmetaller unter uns und mal Hand auf´s Herz: jeder kennt diese Songs und die große Fangemeinde singt dann auch treu jeden Refrain mit.</p>
<p>Mannhardt ist ein Musikbesessener, wie der Messias versprüht er seine Leidenschaft für harten Gitarrenrock, mit seiner beeindruckenden Stimme und virtuosem Gitarrenspiel zieht er sein Publikum in den Bann. „Es ist das Größte, auf der Bühne zu stehen&#8230;“. Und wenn der Funke seines Feuers auf das Publikum überspringt, dann ist er zufrieden. Als Schrecken jeden Veranstalters wird exakt so lange gespielt, bis der/die Letzte vom Tanzen erschöpft zu Boden sinkt.</p>
<p>Jochen fühlt sich wie ein Vater verantwortlich für seine Jungs, ist immer eine Stunde früher im Proberaum und bereitet Sound und Licht für die Probe vor, denn geprobt wird immer unter Livebedingungen, immer volles Rohr, alle Verstärker auf 11.</p>
<p>Durch Zufall lerne ich Jochen bei einer Jam mit Freunden kennen. Als er mich dann fragt, ob ich bei XEXEX in Zukunft in die 4 Saiten greifen mag, da muß ich nicht lange überlegen.</p>
<p>Einen Wunsch hat Jochen: „&#8230;das ein Richter ein Ohr für Saschas Probleme haben wird und diese Sorgen aus der Welt schaffen kann. Dann spielen wir zu viert&#8230;“</p>
<p>Wer XEXEX live erleben möchte, der begebe sich am 9. Dezember nach Oberschöneweide in den General Dealer. Da stehen die Jungens sogar bei der Eastside Rock-City Night gemeinsam mit den Erlösern, den Laien am Limit und Schurkenstaat auf einer Bühne.<br />
<em>Mehr unter:</em></p>
<p><a href="http://www.xexex-rocks.de">www.xexex-rocks.de</a> und <a href="http://www.generaldealer-berlin.de">www.generaldealer-berlin.de</a></p>
<p>oder bei der Eastside Rock City Night am 09.12.2011 doors open 19.30 Uhr, Eintritt 6€</p>
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		<title>Daf&#252;r hamse Jeld</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Nov 2011 22:51:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Holger Claassen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kiezspaziergang]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230;das Festival der Lichter Berlin ist Pleite und sexy, aber Pleite. Und der Bürgermeister ist gut so, trotz Pleite. Und die neue Mitte ist der alte Alex. Und hier passieren täglich x- Hunderttausende das Forum Hotel statt Berlin … und Berlin ist pleite und sexy. Neulich nachts um 3 war es genauso voll auf den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium" title="wpid-fol_fmt.jpeg" src="http://www.maulbeerblatt.com/wp-content/2011/11/wpid-fol_fmt-460x305.jpg" alt="Dafür hamse Jeld" width="460" height="305" /></p>
<p><em>&#8230;das Festival der Lichter</em><br />
Berlin ist Pleite und sexy, aber Pleite. Und der Bürgermeister ist gut so, trotz Pleite. Und die neue Mitte ist der alte Alex. Und hier passieren täglich x- Hunderttausende das Forum Hotel statt Berlin … und Berlin ist pleite und sexy. Neulich nachts um 3 war es genauso voll auf den Straßen um den Alex, besonders auf der Karl Liebknecht, wie sonst mittags um 2. Übrigens bin ich auch notorisch pleite, weil nicht sexy&#8230; Und dann war da noch der Verkehr auf der Oranienb &#8230;äh, Alexanderstraße am Park Inn Forum. Komme mir irgendwie verstrahlt vor. Jedenfalls war schwer was los und das nur wegen 150.000 extra Glühlampen, die am Wochenende das eine und das andere Highlight, wie z.B. den St. Walter, anleuchteten und ein paar bedeutungsvolle Stadtmöbel am Kudamm. East and West united we rest&#8230;Purer Lichterwahn. Ganz wie früher, taghell hieß damals der leuchtende Werbeslogan von VEB Glühlampe. Der Rest blieb im Dunkeln. Mir war´s zu voll und wurde es zu bunt. Und zu hell war mir, der in der Nacht lebt, auch. Das sind die letzten der 75er, die bis ehedem die Regale der Elektroabteilungen füllten und die jetzt, alle auf einen Streich leuchtend, Klingenberg überfordern. „Dafür hammse Jeld“ pflegt mein Freund Bert in solchen Fällen zu sagen „Und uns lassense nich studieren.“ Das sagt er aber auch, wenn es schneit. Moment, Klingenberg? Vattenfall hat mit den Stadtvätern gebrochen, weil sie ihre CO2- Abfälle nicht in Berlins Unterwelten verklappen dürfen. Aber wo kommt er her, der unergiebige Strom aus den leeren Kassen? Also sehe ich mich mal um. Mir fällt auf, das es in der Hauptstadt aller Deutschen, denn genau das ist Berlin, erstaunlich viele Kuppelbauten gibt. Der Berliner, der Deutsche, der Französiche Dom, die Hedwigskathedrale, das Radisson Blue mit Aqua-Dom für die Äquatorianer, die Moscheen für die Mosche Dajaner und last and least die Schaltzentrale der Bundesdeutschen Macht, die Kuppel auf dem Reichstag.<span id="more-5155"></span></p>
<p>Any Dome for everyone, nach der letzten Volkszählung lag das Ergebnis vor: Berlin hat exakt geschätzt 97.321 Kuppeldächer. Und hätte eine mehr, wenn der Herr Speer&#8230;</p>
<p>Ja, auch die Nazis hatten im letzten Kriegsjahr ein kleines Leck in der Stromversorgung und mir liegen Beweise vor, das der Führer selten pünktlich und sogar oft vergaß, die Stromrechnung für`s Reich zu begleichen. Fällt schon mal was hinten runter, wenn man immer alles alleine machen will. Ein großer Fehler, denn der Herr Schacht hatte seinerzeit die E-Werke für ein paar Mefo- Wechsel an die Amis verkloppt und von der geborgten Rendite den Porsche- Panzer (ein Panzer für die Besserverdiener) trotz Protesten der Opposition nebst Autobahn bauen lassen. Immer alles auf Pump, wenn das man gut geht, hatte meine Großmutter im fernen Ostpreußen getönt. Jetzt weiß sie es besser. Die Amis waren bei dem ollen Hitler aber auch sehr unnachgiebig, was eine Stundung anging. Hand auf´s Herz, diesem gestutzten Schnauzbart hätte ich auch keinen Euro gepumpt. Doch Addi H. hatte noch ein Trumpf im Ärmel, besagten Albert S., der mit der Kuppel.</p>
<p>Nun ist mir alles klar. Unter den Kuppeln von Berlin schlummern kleine Meiler, die bei Bedarf auf Leistung gefahren werden. Das erklärt nun auch den Lichterdom. Riecht nach den Illuminati. Das die Kernverschwörung nach knapp 70 Jahren endlich ans Tageslicht kommt, dafür trägt einzig und allein der störrige Jet-setter im Rathaus die Verantwortung. Tja, die Augen der Krähen&#8230; Hätte er mal mit den Grünen. Immer diese leidige Thema Autobahn.</p>
<p>Und so zahnt eins ins andere und das ist die ganze Wahrheit und wer´s nicht glaubt, der werde selig.</p>
<p><em>Das FESTIVAL OF LIGHTS ist eines der größten Illuminationsfestivals der Welt. Jedes Jahr im Oktober werden 12 Tage lang die weltweit bekannten Wahrzeichen, Kulturdenkmäler, Gebäude, Straßen und Plätze Berlins spektakulär in Szene gesetzt. Nationale und internationale Künstler und Lichtdesigner präsentieren außergewöhnliche Illuminationen, Lichtobjekte und Gestaltungen. Begleitet wird das Festival von Kunst- und Kulturveranstaltungen rund um das Thema Licht.</em></p>
<p>Klaus Wowereit: „Sei Licht. Sei Farbe. Sei Berlin.“</p>
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		<title>Breitscheidplatz</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Oct 2011 22:58:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Holger Claassen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kiezspaziergang]]></category>

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		<description><![CDATA[Das andere Zentrum Wenn im beschaulichen Köpenick die Gedanken im Kopf mehr Raum benötigen, dann muss man mal raus. Einfach den Kram liegen lassen, für Zwei-dreißig bei Deutschlands pünktlichsten Reiseveranstalter einchecken und dann mal schauen, was einem die Berliner S-Bahn als Ziel anbietet. In meinem Falle spülte mich der Arbeitercontainer an einem sonnigen Spätsommernachmittag am [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Das andere Zentrum</em></p>
<p>Wenn im beschaulichen Köpenick die Gedanken im Kopf mehr Raum benötigen, dann muss man mal raus. Einfach den Kram liegen lassen, für Zwei-dreißig bei Deutschlands pünktlichsten Reiseveranstalter einchecken und dann mal schauen, was einem die Berliner S-Bahn als Ziel anbietet. In meinem Falle spülte mich der Arbeitercontainer an einem sonnigen Spätsommernachmittag am Bahnhof Zoo in den Fluss unserer Provinzhauptstadt. Das Christiane F-Feeling stellt sich nicht ein, es erwarten mich keine schnorrenden Punks, die beim Ablehnen der Bitte um Kleines mit leeren Bierflaschen werfen, wie es am so hippen Ostbahnhof derzeit die Mode ist und auch sonst wirkt der einstige Treffpunkt der Berliner Drogenszene sehr aufgeräumt. Fressen und Shoppen, so weit das Auge blicken kann, nur zu kaufen gibt es nichts, was mein Herz begehrt. Also raus hier, mal einen Abstecher zum Europa- Center machen. Der Stern auf dem Dach weist schon von weitem den Weg. Mövenpick ignoriere ich mal preisbewusst, im Unterschoß finde ich das Irish Pub, in dem ich am 13. November 89 mein ersten Pint Guinness nahm (von wegen nur für Bananen auf die Straße gehen, wa?) geschlossen vor. Die drei Etagen des gestirnten Himmelkratzers versprühen spröde den Charme des vergangenen Chique, die Ramsch- und Waffendealer haben das Untergeschoss fest in der Hand. Auch hier könnte ich alles finden, um Hunger und Durst zu stillen, jedoch weiß ich aus eigener Erfahrung, das man nicht isst, wo keiner ist, der isst. Also auch hier raus, ins Freie, vorbei am Zierbrunnen. <span id="more-4854"></span>Lecker dringt mir der Duft von von gebrannten Mandeln oder anderem Süßkram in die Nase.   Reichlich Touristen umzingeln eine kleine Gruppe von Straßenkünstlern. Die haben mit bunter Kreide eine kleine Arena auf die Gehwegplatten gemalt, VIP´s bitte hier anstellen, Logenplätze, das Stück für drei Euro, steht dort in gelben Lettern geschrieben. Wie immer knapp bei Kasse, will ich mich abwenden, aber ein kleiner Junge lädt mich zum Verweilen ein. Eddie ist der Chef der Truppe, ist bestimmt ein halbes Jahrhundert alt aber fit wie seine weißen Adidas. Er macht akrobatische Übungen auf drei Skateboards gleichzeitig, läuft auf den Händen den Breitscheidplatz ab und stellt uns dann seine Streetgang vor. Die besteht aus einem Ghetto-Blaster und einer Handvoll Berliner Jungens, man sagt ihnen pc-mäßig einen Migrantenhintergrund nach, ich denke aber, das diese Jungens länger hier wohnen als die Sieben Schwaben vom Kollwitzplatz. Diese Crew versetzt das Publikum vorwärts und rückwärts flickflackend in Entzücken. Headspinning und andere Breakdance-Klassiker gehören auch zum Programm. Bescheiden bittet Eddie für sich und seine Jungens um eine Handvoll gefalteten Kleingeldes. Ja, und sofort kehre ich meine Hosentaschen nach außen und gebe eine Handvoll Münzen in sein Collekte-Base-Cap.  Dann mache ich eine kleine Runde, Berlin erhält dank seines Chefs ein wunderbar hohes Hotel, das Bikini-Forum an der Ecke Budapester sieht aus wie der hohle Zahn K.W.G.K, die wiederum eingepackt ist, wie Christo es nicht vermocht hätte. Mal schauen, hoffentlich bauen die Retro-Stadtverplaner das Ding nicht wieder zusammen wie vor der Zerstörung, so ein Mahnmal hat so seinen Sinn, finde ich. Ok, der Breitscheidplatz hat keine Weltzeituhr und die Millionen, die jedes Jahr nach Berlin kommen, haben hier nicht alle auf einmal Platz, aber mir hat der Nachmittag voll Erinnerung viel Spaß gemacht. Nun aber ab, man weiß ja nie, ob und wie lange in Berlin die S-Bahn fährt. Vorsicht ist geboten, denn ich muss Schwarzfahren. Meine letzten Zwei-dreißig hat ja jetzt der Eddie in seiner Mütze.</p>
<p><em>Der Breitscheidplatz liegt im Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf zwischen Kurfürstendamm, Budapester Straße und Tauentzienstraße (City West). Durch die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ist er weltbekannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er dann am 31. Juli 1947 nach dem von den Nationalsozialisten verfolgten Sozialisten Rudolf Breitscheid benannt.<br />
</em></p>
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		<title>Tehjel</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Sep 2011 22:09:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Holger Claassen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kiezspaziergang]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; Denn Rodina heißt Heimat In diesem Sommer zog das große Los jener, der unserer vereinten Republik mit Marschrichtung Süden den Rücken kehrte. Da der Urlaub des Schriftgeleerten lang und der Bankauszug kurz ist, blieben mir in diesem wie auch im letzten Jahr Ballermann, Antalya und Co erspart. Aber auch daheim war mein Sommer wieder mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p><em>Denn Rodina heißt Heimat</em></p>
<p>In diesem Sommer zog das große Los jener, der unserer vereinten Republik mit Marschrichtung Süden den Rücken kehrte. Da der Urlaub des Schriftgeleerten lang und der Bankauszug kurz ist, blieben mir in diesem wie auch im letzten Jahr Ballermann, Antalya und Co erspart. Aber auch daheim war mein Sommer wieder mit zahlreichen Highlights gespickt, wie des Schwagers Junggesellenabschied auf Eddie-lines „Viktoria“ und der dazugehörenden Hochzeit im Köpenicker Rathaus.</p>
<p><span id="more-4556"></span></p>
<p>An der Stelle noch mal meinen herzlichen Glückwunsch an das Traumpaar aus Köpenick&#8230;besonderen Gruß auch an den schwitzenden Trauzeugen im Präsent 20 und all die vielen Gratulanten.  Weil ein Großteil der bei der Hochzeit Anwesenden jetzt Müggelseeanwohner sind, die montags statt auf dem Markt zu demonstrieren ihren Geschäfte nachgehen und nach getahener Arbeit erledigt in den Wohlverdienten sinken, mache ich mich auf den Weg, um in Tegel vielleicht leidgeprüfte Unterstützung zu finden. Vorbei an Bonnies Ranch und JVA, Borsigwerken (ein Stern in der Industriekultur) und einer verkehrsberuhigten Einkaufsstraße parke ich mehr schlecht als recht an der Berliner Straße und bewege mich zur Greenwichpromenade. Da lässt es sich bei Sonnenschein auch trotz des unmerklichen Fluglärms herrlich promenieren, ich Glückspilz habe mir für meine Stippvisite natürlich nen Regentag ausgesucht, aber das ist mir auf Grund von Regenschirm und der herrlichen Umgebung ziemlich Käse (stinkt von allen Seiten).  An den Anlegestellen von Stern und Kreis lässt es sich mit der Fähre auf die zahlreichen Inseln wie die Raketeninsel Lindwerder, Hasselwerder und Scharfenberg schippern oder gleich eine Fahrt über Tegel in die Mitte unserer geilen Stadt buchen. Weil ja so gut wie alle von uns Unionfans sind, kann man zu diesem Zwecke bestimmt auch Eddie-lines „Viktoria“ buchen, da hat man Spaß und trägt auch noch die Rot-Weiße Botschaft in den bösen Westen.  Und was ist nun mit Gleichgesinnten, Fluglärm und Umweltbelastung? Ich treffe einen betroffenen Tegeler, Metalfan wie ich neigt er sicherlich zur Schwerhörigkeit, wie wahrscheinlich auch die meisten der im Laufe der Jahre gealterten Müggelseeureinwohner. Von Fluglärm hört man in Tegel so gut wie gar nichts, da sind eher die Pankower betroffen, meint der. Am Kurt-Schumacher- Platz kann man beim Überflug das Profil der Räder prüfen. Die Flughöhe beträgt hier ca. 200 m. Überm See wären die Vögel dann schon auf 2000. Ein Tegel ohne Flughafen? Für ihn undenkbar. Was ein Taxi von Tegel nach Schönefeld kostet? Ja, das weiß ich besser als er.  Mir persönlich ist es fürchterlich egal, von wo die Leute auf ihre unsinnigen Reisen gehen, Schwarzer Peter mocht ich schon als Kind nicht spielen. Und wir haben ja die Idioten gewählt, die diesen Rotz zu verantworten haben. Jetzt melden sich diese eingeschnappten Gemüter: Hey, Ihr habt mich noch nicht gefragt, ob ihr hier drüber fliegen dürft.  Der Tegeler See gehört zu den saubersten in Berlin, er beheimatet seltene Vogelarten. Es gibt auch öffentliche Badestellen mit WRD-Überwachung und und und. Ein ca. 1000 m2 großes Grundstück in Pankow gibt&#8217;s z.Z. zum Schnäpchenpreis von schlappen um die 240.000 €. In Rahnsdorf muss man mehr investieren, hier kosten 2500 m2 schon um die 125.000. Na, wenn das keine Gelegenheit ist, ihr mittelschichtigen Neuberliner. Also, Kinder, macht&#8217;s gut und bis bald in Pankow.</p>
<p><em>Der Flughafen Berlin-Tegel „Otto Lilienthal“ ist der größere der beiden Verkehrsflughäfen im Großraum Berlin. Im Jahr 2010 wurden hier ca. 15 Millionen Fluggäste abgefertigt; gemessen an den Passagierzahlen lag der Flughafen damit an vierter Stelle in Deutschland (hinter Frankfurt am Main, München und Düsseldorf). Im Zuge der geplanten Fertigstellung des Ausbaus des Flughafens Schönefeld zum Flughafen Berlin Brandenburg soll der Flughafen Berlin-Tegel am Abend des 2. Juni 2012 geschlossen werden.<br />
</em></p>
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