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	<title>Maulbeerblatt &#187; Alf Ator</title>
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	<description>Das Kulturmagazin für den Berliner Südosten – aus dem Hause elf62.net</description>
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		<title>Gute Besserung!</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Dec 2011 22:46:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alf Ator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alfs Allerlei]]></category>

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		<description><![CDATA[Es war einmal eine kleine Gruppe von Himmelskörpern, wie es sie häufig im Universum gibt: Ein großer, stolzer, heller Stern, umkreist von einer Handvoll kleinerer und größerer Planeten. Es herrschte erhabene Stille und Kontinuität &#8211; der erstrebenswerteste Zustand im Universum. Doch dann geschah etwas schreckliches: Irgendwo auf dem dritten Planeten entstand ein winziges Molekül, dessen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-5354" title="Gute Besserung" src="http://www.maulbeerblatt.com/wp-content/2011/12/alf_49.jpg" alt="" width="460" height="261" />Es war einmal eine kleine Gruppe von Himmelskörpern, wie es sie häufig im Universum gibt: Ein großer, stolzer, heller Stern, umkreist von einer Handvoll kleinerer und größerer Planeten. Es herrschte erhabene Stille und Kontinuität &#8211; der erstrebenswerteste Zustand im Universum. Doch dann geschah etwas schreckliches: Irgendwo auf dem dritten Planeten entstand ein winziges Molekül, dessen spezielle Beschaffenheit dazu führte, dass sich an beiden Enden immer mehr Atome aneinander reihten, bis es so lang war, dass es auseinander brach. So etwas passiert nur sehr, sehr selten, denn es bedarf unglaublich exakter Temperaturen und einer ganz speziellen chemischen Umgebung. Doch einmal in Gang gesetzt, ist dieser Prozess fast nicht mehr aufzuhalten. Die beiden Hälften wachsen, bis sie ebenfalls zerbrechen, und so weiter.</p>
<p><span id="more-5291"></span></p>
<p>Man nennt es &#8220;Das Leben&#8221;. Es frisst die gesamte Materie in der Umgebung auf und verwandelt sie in &#8220;Organische Stoffe&#8221;. Nach und nach bilden sich verschiedene Formen und Varianten heraus, große, kleine, einfache und komplexe. Mit jeder Generation wird das Leben mächtiger, hartnäckiger. Bald spielen Temperatur und chemisches Milieu kaum noch eine Rolle, manche Formen werden immun gegen UV-Strahlung, manche nutzen sie sogar als Energiequelle, um noch stärker zu werden, manche strotzen extremer Kälte oder Hitze. Innerhalb kurzer Zeit ist der gesamte Planet von einer schleimigen, stinkenden Suppe umgeben, aus der groteske Gestalten ihre Krallen in den Himmel strecken. Es wimmelt, krabbelt, summt, wächst, gedeiht, stirbt, verfault, und hinterlässt riesige Mengen schwarzen organischen Abfalls.</p>
<p>Zwar können Eiszeiten oder Kometeneinschläge den Prozess kurzzeitig zum Stillstand bringen, aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis in diesem hochenergetischen Sondermüll wieder etwas zu wachsen beginnt. Doch unser kleiner kranker Planet hatte Glück: Er bekam eine gute Medizin verabreicht: Den Wahnsinn. Auch bekannt unter der Bezeichnung &#8220;Menschen&#8221;. Ein kleiner Defekt im Erbgut führt dazu, dass diese Lebensform beginnt, seltsame überflüssige Dinge zu tun, die sehr viel Energie verbrauchen &#8211; mehr, als Muskeln, Sonne, Wind oder Wasser liefern können. Der Mensch zerstört dabei alle anderen Lebensformen, die seinen wirren Projekten nicht direkt nutzen. Früher oder später entdeckt er, dass der besagte Sondermüll, die Leichen der vergangenen Lebensformen, unter der Erde zu Öl und Kohle geworden &#8211; Energie im Überfluss liefern kann. Er gräbt, bohrt und saugt sich in die tiefsten Ritzen, um auch noch das letze Gramm dieser Substanzen verfeuern zu können. So säubert er den Planeten zunächst von den ganzen alten Verunreinigungen. Und wenn die alle weg sind, entwickelt er Methoden, um die aktuelle Biomasse auch noch in Energie zu verwandeln. Diese jedoch liefert vergleichsweise wenig davon, also wird mehr Nutzfläche benötigt. Die Vielfalt des Lebens &#8211; ein wichtiges Standbein seiner Macht &#8211; wird geopfert, um ölhaltige Lebensformen zu züchten und massenweise anzubauen. Ganze Ökosysteme sterben aus, der Nahrungsnachschub kollabiert. So beginnt der eigentliche Heilungsprozess. Ein Großteil der Menschen verhungert, damit der Rest genug Energie hat. Doch weil selbst bei schwindender Menschenzahl der Energiebedarf immer noch wächst, ist irgendwann alles Leben in reine Wärmeenergie umgewandelt. Und so wurde auch unsere kleine, kranke Erde gerettet. Alle Planeten feierten ein Freudenfest, als der letzte Mensch auf einer sonst sterilen Erde sich selbst als Treibstoff in seinem eigenen Auto verbrannte.</p>
<p>Herzlichen Glückwunsch!</p>
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		<title>Lieber Herr Maulbeer, </title>
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		<pubDate>Sat, 26 Nov 2011 22:04:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alf Ator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alfs Allerlei]]></category>

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		<description><![CDATA[mir ist durchaus bewusst, wie sehr ich Sie mit diesen Zeilen enttäuschen muss. Und bei dem Gedanken, dass die Auflagen und Werbeeinnahmen ihres Blattes in den Keller stürzen, wenn sich herumspricht, dass ALF ATOR eben doch nicht in jeder Ausgabe eine seiner beliebten Kolumnen veröffentlicht, zieht sich mein Herz zusammen, wie ein Igel beim Anblick [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img width="249" height="317" src="http://www.maulbeerblatt.com/wp-content/2011/11/wpid-alftlas_fmt.gif" class="alignleft size-medium" alt="Lieber Herr Maulbeer, " title="wpid-alftlas_fmt.gif" />
<p>mir ist durchaus bewusst, wie sehr ich Sie mit diesen Zeilen enttäuschen muss. Und bei dem Gedanken, dass die Auflagen und Werbeeinnahmen ihres Blattes in den Keller stürzen, wenn sich herumspricht, dass ALF ATOR eben doch nicht in jeder Ausgabe eine seiner beliebten Kolumnen veröffentlicht, zieht sich mein Herz zusammen, wie ein Igel beim Anblick eines Dinosauriers. Doch so sehr ich mir und Ihnen auch wünsche, dass es anders wäre: Ich bin hoffnungslos überfordert. Wie Sie ja bereits wissen, hat meine Band kürzlich der Menschheit ein neues Album geschenkt, welches einen so unglaublichen Raketenstart hinlegte, dass wir nicht mehr wissen, wo uns der Kopf steht.</p>
<p><span id="more-5148"></span></p>
<p> Unsere Welttournee ist voll im Gange, und wenn ich mich nicht gerade auf riesigen Bühnen in die Herzen tausender nassgeschwitzter Teenager musiziere, hetze ich von Interview zu Interview, von Talkshow zu Talkshow, von Fotoshooting zu Fotoshooting oder muss Drehbücher lesen (in englisch!) für Filme, die mich gern in der Hauptrolle hätten. Alle wollen mich treffen, mit mir plaudern, meineHand schütteln, ein Autogramm erhaschen. Und in den wenigen freien Stunden, die mir bleiben, erwarten meine Frau und meine Freundinnen nebst ehelicher und unehelicher Kinder, dass ich nur für sie da bin. Manchmal glaube ich, dass ich einfach zu gut, zu erfolgreich bin. Und dass ein einzelner Mensch vielleicht nur ein begrenztes Maß an Ruhm verträgt. Was soll ich tun? Schlechter werden? Lieber eine schräge Comedykapelle mit versauten Texten gründen, die sich vor einer überschaubaren Meute von Eigenbrötlern verausgabt? Niemals! Nur noch flache Kolumnen schreiben, vollgestopft mit ermüdender Prahlerei und Selbstverliebtheit, damit sich nur noch unbedeutende Gratis-Lokalblättchen für mich interessieren? Niemals! Meinen Schönheitspegel reduzieren? Dicker werden? Mein sympathisches Gesicht mit einem bösen kleinen Bärtchen verschandeln, nur um das Doppelkinn zu kaschieren? Niemals! Manche meinen, ich tanze auf zu vielen Hochzeiten. Doch welche meiner Aktivitäten sollte ich einschränken? Auf welchem Gebiet sollte ich diejenigen enttäuschen, die abhängig sind von dem, was mein Gehirn hervorzaubert? Ach, wie gern würde ich mich verdoppeln oder gar verzehnfachen, um jedem Menschen die Portion ALF ATOR geben zu können, die er zum Überleben braucht.  Doch der Reproduktionsapparat in meinem unterirdischen Labor ist noch in der Entwicklungsphase. Wir dürfen nichts überstürzen. Kürzlich erst erschufen meine Mitarbeiter versehentlich einen Hund, dem der Schwanz aus dem Maul hing.</p>
<p>Doch ich schweife ab. Sie sollen nur erfahren, dass es mir Leid tut. Vielleicht tröstet es Sie ja, wenn sie jetzt wissen, wen ich noch alles vertrösten musste. Im Anhang ist ein kleiner Schnappschuss von meinem 48-Stunden-Tag.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Alf</p>
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		<title>Alf Ator spielt mit der Welt</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Oct 2011 22:41:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alf Ator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alfs Allerlei]]></category>

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		<description><![CDATA[p&#62;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium" title="wpid-alfbillard_fmt.jpeg" src="http://www.maulbeerblatt.com/wp-content/2011/10/wpid-alfbillard_fmt-365x500.jpg" alt="Alf Ator spielt mit der Welt" width="460" height="630" /></p>
<p><span id="more-4755"></span></p>
<p>p&gt;</p>
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		<title>Warum Menschen gro&#223; auf die Welt kommen und dann immer kleiner werden.  </title>
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		<pubDate>Sun, 18 Sep 2011 22:16:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alf Ator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alfs Allerlei]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Gründe für dieses Naturphänomen liegen in der Evolution. Wäre es andersrum, hätte sich unsere Spezies niemals durchsetzen können. Als Neugeborenes ist man völlig hilflos, kann sich weder selbst ernähren, noch jemanden um Unterstützung bitten. Wäre man dann auch noch sehr klein, bestünde die Gefahr, dass die Eltern und der Rest der Gruppe einen einfach übersehen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img width="204" height="134" src="http://www.maulbeerblatt.com/wp-content/2011/09/wpid-alf_fmt1.jpeg" class="alignleft size-medium" alt="Warum Menschen gro&szlig; auf die Welt kommen und dann immer kleiner werden.  " title="wpid-alf_fmt1.jpeg" />
<p>Die Gründe für dieses Naturphänomen liegen in der Evolution. Wäre es andersrum, hätte sich unsere Spezies niemals durchsetzen können. Als Neugeborenes ist man völlig hilflos, kann sich weder selbst ernähren, noch jemanden um Unterstützung bitten. Wäre man dann auch noch sehr klein, bestünde die Gefahr, dass die Eltern und der Rest der Gruppe einen einfach übersehen und vergessen. Weil Babys aber so riesig sind, liegen sie quasi wie ein großes Mahnmal vor den Augen der anderen, als wollten sie sagen: Hier bin ich, kümmert euch! Und weil keiner dieses ohrenbetäubende Gebrüll aus einer gigantischen Babykehle erträgt, wird der Nachwuchs den ganzen Tag gefüttert und besänftigt, allein schon, damit man sich in Ruhe unterhalten kann.</p>
<p><span id="more-4551"></span>
<p> Individuen von der Größe eines Meerschweinchens registriert man gar nicht beim Staubsaugen oder unter Kopfhörern. Wenn die Kinder dann nach einigen Jahren endlich gelernt haben, wie man läuft, spricht und alleine isst, freut sich die Gemeinschaft, nicht mehr so viel um die Ohren zu haben. Man gibt dem Baby einen Klaps auf den Po, und es krabbelt in den Wald, um Beeren zu pflücken oder Hasen zu knabbern. Hier ist der im Vorteil, der etwas kleiner geworden ist. Wer drei Wildschweine erlegen muss, um satt zu werden, der hält nicht lange durch. Dazu kommt, dass man mit zunehmender Laufgeschwindigkeit auch eine Gefahr für die Umwelt bedeutet. Würden Vierjährige noch genauso groß sein wie Babys, wäre der Wald nach kurzer Zeit platt getrampelt, und wahrscheinlich auch noch einige Mitmenschen dazu. Als volljähriges Individuum hat man so einige Bedürfnisse bekommen, die befriedigt werden wollen: Teure Klamotten, geschmackvolle Luxuswohnungen und erlesenen Rotwein. Man muss kein Mathematikprofessor sein, um zu begreifen, wie teuer das alles für einen Riesen wäre. Aber glücklicherweise sind wir älteren Menschen klein, so dass uns ein paar Tropfen Rioja in einer Minivilla schon vollkommen glücklich machen. Ein kleines Goldkettchen ist billiger als ein großes. Der Platz auf der Erde ist begrenzt, alle wollen ein Wassergrundstück. Was wäre, wenn jeder einen ganzen See bräuchte, um angeben zu können? Wahrscheinlich wären die Ölvorkommen längst erschöpft, wenn wir alle mit Riesenautos in den Supermarkt fahren müssten. Wer weiß, ob die Menschheit je ins Weltall hätte vordringen können, wären Juri Gagarin und Neil Armstrong so groß wie Babys gewesen! Jeder Krieg – nein, jedes Atomkraftwerk wäre gleich eine globale Bedrohung! Unsere schöne Erde sähe mittlerweile aus wie ein einziger gigantischer Friedhof, wenn man bedenkt, wie viele Menschen bisher schon gestorben sind.  Doch glücklicherweise passen Oma und Opa in eine Streichholzschachtel. Wie man sieht, ist der Schrumpfungsprozess im Leben eines Menschen eine evolutionäre Notwendigkeit, damit wir nicht schon nach wenigen Generationen unseren Lebensraum und damit uns selbst vernichten.</p>
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		<title>Alf Ator und die Zeit</title>
		<link>http://www.maulbeerblatt.com/2011/08/alf-ator-und-die-zeit/</link>
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		<pubDate>Wed, 03 Aug 2011 10:55:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alf Ator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alfs Allerlei]]></category>

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		<description><![CDATA[Eigentlich habe ich diesen Monat gar keine Zeit, einen Artikel zu schreiben, da ich fieberhaft an einem neuen Knorkator-Album bastele und wir sowieso schon in Verzug sind. Aber weil ich ausgerechnet in dieser Ausgabe Werbung für meine grandiose Ein-Mann- Performance am 5. August im Freiluft-Kino Friedrichshagen machen will, werde ich mir als Gegenleistung ein wenig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-4359" href="http://www.maulbeerblatt.com/2011/08/alf-ator-und-die-zeit/45-alfator/"><img class="alignleft size-medium wp-image-4359" title="Alf Ator und die Zeit" src="http://www.maulbeerblatt.com/wp-content/2011/07/45-alfator-300x211.jpg" alt="Alf Ator und die Zeit" width="300" height="211" /></a>Eigentlich habe ich diesen Monat gar keine Zeit, einen Artikel zu schreiben, da ich fieberhaft an einem neuen Knorkator-Album bastele und wir sowieso schon in Verzug sind. Aber weil ich ausgerechnet in dieser Ausgabe Werbung für meine grandiose Ein-Mann- Performance am 5. August im Freiluft-Kino Friedrichshagen machen will, werde ich mir als Gegenleistung ein wenig Zeit nehmen. Dabei gäbe es einen verdammt guten Grund, meinen Auftritt abzusagen, denn ich verpasse ein tolles Ereignis. An diesem Tag findet nämlich … nein, ich beginne anders:</p>
<p>Als der Komponist John Cage in den Achtzigern das Stück „As Slow As Possible“ schrieb, ahnte er vielleicht schon, dass es so einige Interpreten geben wird, die ihn mit der Tempoangabe nur allzu wörtlich nehmen würden. Doch das Orgelkonzert in Halberstadt sprengt bestimmt auch die Grenzen seiner Vorstellungskraft. Leider können wir seine Reaktion darauf nicht mehr erleben, denn er ist bereits tot. Ein paar lustige Zeitgenossen kamen auf die Idee, sein Werk auf 639 Jahre zu dehnen. Nun wäre es sehr teuer, eine Konzerthalle für einen solchen Zeitraum zu mieten. Also gründete man extra für dieses Projekt einen Verein, um Gelder für den Kauf und die notdürftige Restaurierung einer alten Kirche zu bekommen. Im Vorfeld lief so manches schief, finanzielle und bürokratische Hürden sorgten für Zweifel und Verzögerungen. Auch die Halberstädter Öffentlichkeit zeigte wenig Verständnis für dieses Mammutprojekt. Als das Konzert am 5. September 2001 begann, stand noch nicht einmal die Orgel. Doch das war auch nicht nötig, denn glücklicherweise beginnt das Stück mit einer Pause. Erst im Februar 2003 wurden die ersten drei Töne angespielt. Und zwar auf einem behelfsmäßig angefertigten Instrument mit nur drei Pfeifen und drei Tasten. Dies geschah unter dem Jubel Hunderter John-Cage-Fans, die aus aller Welt angereist waren. Als der Organist müde wurde, legte er drei Sandsäckchen auf die Tasten und ging nach Hause. Seitdem findet alle ein-zwei Jahre ein Klangwechsel statt und die Orgel wird Stück für Stück vervollständigt.</p>
<p>Ich war auch schon einmal dort. Wenn ich mich recht erinnere, herrschte gerade E-Dur. Aber den Anschlag eines neuen Tones habe ich bisher immer verpasst. Und als ich neulich im Netz nachschaute, wann es denn wieder soweit ist, musste ich entsetzt feststellen, dass ich ausgerechnet am 5.8. selbst einen Auftritt habe. Scheiße! Na ja, immerhin hören im Juli 2012 drei Töne auf.</p>
<p>Ist der Artikel schon lang genug? Vielleicht noch ein kleines Rätsel zum Schluss: Was haben folgende Uhrzeiten gemeinsam?</p>
<p>00:00 Uhr<br />
01:05; 27 Sekunden<br />
02:10; 54 Sekunden<br />
03:16; 21 Sekunden<br />
04:21; 49 Sekunden<br />
05:27; 16 Sekunden<br />
06:32; 43 Sekunden<br />
07:38; 10 Sekunden<br />
08:43; 38 Sekunden<br />
09:49; 05 Sekunden</p>
<p><em>Antwort: Zu diesen Zeiten stehen Stunden- und Minutenzeiger exakt übereinander. </em></p>
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